Hoamcoming

Am Ende einer jeden Reise, steht ein Ende, das ist klar
Und dieses ist doch der Momente, in dem es einem wird gewahr
Was die Zeit mit Menschen machen,
Was sie formen, ändern kann.
Und genau das sind die Sachen,
die doch bleiben, nicht nur dann.

Ohne Abschluss wär auch dieser
Lebensabschnitt inkomplett,
Und auch wenn‘s so doch nicht geplant war,
War‘s als Ende doch ganz nett.

Statt der geplanten Frankreichreise, mit Abenteuer bis zum Schluss
doch dann nur der Flug nach Hause – und nicht mal mehr mit Abschiedskuss.
So schnell wie alles umgeschlagen
So schnell wie Angst die Welt erfasst
So kams in diesen letzten Tagen
Gepackt, geflogen, leichte Hast

Sonntagnacht, Frisbee am Airport, Flugausfälle dann ab acht.
Ein sinkendes Schiff grad noch verlassen? Doch in München Sonja lacht.
Der erste Gang direkt zum Bäcker
Brezen, Schwarzbrot, welch ein Traum
Familie, heimvertraute Äcker
Nostalgie gab’s eigentlich kaum.

Nachhausekommen ging wie immer, deutlich leichter als gedacht.
Als wäre man nie weggewesen, im eigenen Bett schläft’s sich so sacht.
Im Rekorder noch die CD
Die man als letztes abgespielt
Und auch der Rest wie eh und je
So schön, wie sich daheim anfühlt.

Quarantäne könnte schlimmer sein, jeder macht’s auf seine Art
Yoga, Sticken, Haarverschneiden, Zeitrumkriegen ist nicht hart.

So geht auch dieses Kapitel nun zu Ende,
Ich danke euch fürs Mitbegleiten!
Freu mich schon sehr aufs Wiedersehen,
Und wünsche euch in diesen ganz verrückten Zeiten
Dass ihr den Lebensmut euch könnt erhalten.

Das Beste kommt zum Schluss

Das Beste kommt zum Schluss

Ein Hauptkriterium, als ich meine Heimreise aus Spanien mit letztem Zwischenstopp in Toulouse geplant hab, war, noch einen Freitag in dieser Stadt zu haben. Allerdings nicht etwa, um nochmal Feiern zu gehen, sondern um noch ein Training Ultimate Frisbee mitmachen zu können. Das ist der Sport, den ich Anfang des Semesters ganz unten in der Liste des Sportangebotes der Uni gefunden hab und der sich dann als so genial entpuppt hat, dass ich die Freitagabende in einer leicht muffeligen Sporthalle denen in Bars tausendmal vorgezogen hab.

Jetzt im Februar bin ich auch endlich dem Mysterium auf die Spur gekommen, warum wirklich jeder, den man in diesem Zusammenhang trifft, so offen und nett ist; diese Anziehungskraft, die von so einem runden Stück Plastik ausgeht, wirkt offensichtlich vor allem auf Leute mit einem gewissen Faible für zum Teil ziemlich speziellen Ideen (siehe Fotos) – und das sind ja bekanntlich die Sympathischsten 😉

Den Beweis lieferte unter anderem ein Turnier vom Verein in Montpellier, das praktisch aus nur einem Spiel bestand. Insgesamt gab es also nur zwei riesengroße Mannschaften, bestehend aus Leuten aus ganz Südfrankreich, die immer in Rotation gespielt haben – und das über 24 Stunden.
Das bedeutet, dass man sich für insgesamt 12 Halbe-Stunden-Spiel-Schichten eingetragen und damit das Spiel über einen Tag ohne Pause am Laufen gehalten hat. Und wenn man um 4 Uhr nachts nach einer kurzen Schlafpause in die Turnhalle tapst und gerade zu Michael Jacksons Thriller ein Zombie-Point ausgespielt wird und alle mit ausgestreckten Armen in Slowmotion einem Frisbee hinterherlaufen, weiß man, dass die Welt irgendwo in dem ganzen Chaos gerade doch irgendwie echt in Ordnung ist. 🙂

 

Make a wish!

Make a wish!

Gestern bin ich in Madrid an einem kleinen „Arbol de los deseos“, sprich einem Wunschbaum, vorbeigekommen und ich muss zugeben, anfangs war ich ein bisschen ratlos.

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Was wünsch ich mir denn eigentlich? Also abgesehen von Gesundheit für Familie und Freunde, Weltfrieden und baldiges Widersehen mit daheim? Ein Semester Erasmus war tatsächlich ziemlich lange auf Platz 1, aber das hat sich mittlerweile ja sozusagen erledigt. Allzulange musste ich nach der Woche, die hinter mir liegt, dann aber doch nicht überlegen. Ich bin über Barcelona (mit viel zu viel Tapas-Wiederseh-Freude) nach Granada gefahren, um dort Pablo, einen Freund aus Toulouse, zu besuchen. Der meinte, wenn er mich Freunden vorgestellt hat, immer grinsend, dass er ja bloß der Vorwand war, um nochmal nach Südspanien zu fahren und vielleicht hat er damit sogar ein kleines bisschen Recht. Ich war ja eigentlich immer Team Sevilla, aber nach den 4 Tagen da war mir irgendwie doch klar, dass ich auf jeden Fall auch nochmal in Granada leben will, zumindest für ein paar Monate.

Das ist suuper schwer zu beschreiben, aber das Gefühl, wenn man sich in den kleinen Straßen des Albaicins, also des arabischen Viertels, verliert und sich wirklich zusammenreißen muss, nicht jedes Haus ablichten zu wollen, weil es einfach viel zu unwirklich schön ist, ist – zumindest für mich – absolut magisch. Dazu kommen dann noch die Sierra Nevada und diese unglaubliche Gelassenheit, die es einem erlaubt, mit den Leuten in der Bar, am Obststand oder einfach auf der Straße zu plaudern und schon ist die pure Lebenslust perfekt. Pura Vida ist übrigens auch sowas wie Pablos Lebensmantra, und in diese Region passt meiner Meinung nach auch nichts anderes besser.

Naja, lange Rede, kurzer Sinn: der Wunsch steht fest, was die Umsetzung bringt, wird sich zeigen. Auf alle Fälle wäre das Energie-Tanken vor dem Frankreichendspurt damit auf jeden Fall abgehakt. 🙂

 

 

Gäbe es die letzte Minute nicht…

Gäbe es die letzte Minute nicht…

…würde nie etwas fertig werden!

Ich hab beschlossen, wenn ich sowas wie ein unterbewusstes (und zwar wirklich nur unterbewusstes!) Lebensmotto habe, dann ist es dieses. Dann ist es auch keine Planungsunfähigkeit, sondern einfach Schicksal, dass selbst die letzte Nacht in meinem Zimmer in Toulouse aufgrund von nächtlichen Last-Minute-Putzaktionen eigentlich nur eine 4-Stunden-Schlaf-Pause war.

Was aber eigentlich zählt, ist die Tatsache, dass der „Etat des lieux“, sprich die Abgabe, echt gut verlaufen ist, das Mini-Teddybär-Krankenhaus von der französischen Fachschaft im Anschluss danach sprachmäßig gar kein so großes Desaster und der Bus nach Barcelona ganz klischeemäßig eine Stunde zu spät war. Und so eine Fahrt vergeht auch eh viel schneller, wenn man sie mit Schlafen verbringt 😉

 

Der ganz normale Wahnsinn

Der ganz normale Wahnsinn

Ja, die Tage sind gezählt. Nein, das ist noch lange kein Grund, Trübsal zu blasen und den Kopf in den Sand zu stecken, sondern viel eher einer, um die restliche Zeit noch voll und ganz auszunutzen, deswegen passiert grad so viel, dass ihr die letzten Wochen jetzt noch ein bisschen mit Blogeinträgen überschwemmt werdet!
Weiß nicht, ob das am Erasmus liegt, oder einfach an allgemein vorherrschendem Antiplanungstalent, auf jeden Fall lief auch der Ausflug gestern mal wieder ein bisschen anders als gedacht.

Elena fragt mich am Montag, ob ich am Wochenende Lust auf Skifahren hab. Ich hab mit Skifahren bei den Sommertemperaturen hier eigentlich schon abgeschlossen und sage natürlich trotzdem ohne zu zögern ja. Die Woche über ist das Ganze immer wieder im Gespräch aber erst am Freitag sind wir soweit, tatsächlich einen Bus zu einem seehr hoch gelegenen Skigebiet buchen zu wollen – der natürlich für Samstag nicht mehr verfügbar ist.

Auf einer Hausparty im Toulouser Outback entscheiden wir uns Samstagnacht um 3 Uhr nach ewigem Hin und Her schließlich aufgrund von mangelndem Auto und, wenn man ehrlich ist, auch mangelndem Schnee im Großteil der Pyrenäen, fürs Wandern. Zwischen ein paar Flaschen Wein und einer viel zu lauten Musikbox wird noch eben Simon angerufen, der, eben aus dem Tiefschlaf geweckt, so gar nicht überzeugt von der Nicht-Skifahr-Alternative ist. Wir kaufen also ein Zugticket für drei. Ob das eine sprichwörtliche Schnapsidee war, wird sich noch zeigen.

Am nächsten Morgen schaffen wir es wie durch ein Wunder alle rechtzeitig um 9 zum Bahnhof und stellen fest, dass keiner eine wirkliche Ahnung hat, wo und ob man in Axe-Les-Thermes denn eigentlich wandern gehen kann. Das Skigebiet ist jedenfalls wegen fehlendem Schnee praktisch nicht befahrbar. Aber, Internet sei Dank, es tut sich eine Ein-Tages-Tour mit ein paar Höhenmetern auf – nur natürlich nicht von Axe-Les-Thermes aus, sondern vom Dorf eine Stunde entfernt. Im Office de Tourisme stellt sich raus, dass es dorthin natürlich keinen Bus gibt, außerdem wird uns die Wanderung – aufgrund von viel zu viel Schnee – absolut verboten. („Das ist eine Sommerwanderung! Da oben lauft ihr im Schnee, nur weil es hier unten 20 Grad hat, ist auf dem Berg trotzdem Winter!!! Ihr habt ja nicht mal Schneeschuhe! Aber ihr könnt euch einen Guide nehmen, der hat dann auch die passende Ausrüstung.“) Man suche die Ironie…

Also gut, wir gehen, eines Besseren belehrt, raus, ernennen Simon zu unserem Guide und Google Maps zu unserer Ausrüstung und starten auf einer – angeblichen – Abkürzung quer durch den Wald zum Startpunkt genau dieser Wanderung. Ein paar Stunden später sind wir auf dem richtigen Weg und finden auch endlich den Grund, weswegen sich die Dame aus dem Office solche Sorgen gemacht hat: eine 15 m2 große Schneefläche am Wegesrand. Gut, dass wir vorgewarnt waren.

 

Am Ende macht es uns mit unserer unvorbereiteten Naivität trotz der ach so schlechten Witterung so viel Spaß, dass wir viel zu spät dran sind und das letzte Stück zurück trampen, um noch den letzten Zug zu erreichen. Das klappt dann so schnell und so gut, dass Simon uns überredet, das Ganze auch noch die 150 km bis nach Toulouse zu machen. Hervorragende Idee bei Einbruch der Dunkelheit! Aber auch dieses Mal wird unsere Naivität belohnt und wir kommen sogar noch vor dem Zug zuhause an.

Fazitsrezept für einen perfekten Tag: Bauchgefühl, ein bisschen Wahnsinn und um Himmels Willen nicht zu viel Denken!

La haute cuisine

La haute cuisine

Zugegeben, es ist ein absolutes Klischee aber eine der Sachen, die mir hier am Meisten fehlen wird, ist das Essen! Und weil sich das Ganze hier jetzt doch langsam dem Ende zuneigt und ich noch absolut gar nichts über diesen maßgeblich alltagsbestimmenden Punkt geschrieben hab, wird dieser Eintrag jetzt 3 Kuriositäten der Cuisine francaise bzw. Erasmusessgewohnheiten allgemein gewidmet 😉

Essen spielt ja in eigentlich jeder Kultur eine große Rolle und ich halte es nicht für unwahrscheinlich, dass ich das Ganze hier gerade durch eine knallrosa Melancholiebrille sehe, aaaaber: Mahlzeiten und Lebensmittel haben in Frankreich doch einen größeren Stellenwert als in Deutschland.
Das fängt bei den Massen an Butter an, die die Croissants hier noch schmackhafter machen, geht über die Unmengen an Restaurants, die, egal ob Französisch, Thai oder Italienisch, immer 6 von 5 Sternen verdienen und endet bei der Tatsache, dass es hier viel leichter ist, günstig regional und saisonale Sachen zu kaufen und gefühlt alle viel stolzer sind, zu erzählen, dass sie ihren Honig von einem kleinen Imker irgendwo im Hinterland der Pyrenäen kaufen.

Das allerbeste Beispiel ist der Markt von Saint-Aubin, zu dem ich bisher jeden, der mich hier besucht hat, mitgeschleppt hab. Der findet jeden Sonntag statt und wenn man immer nach den günstigsten Sachen sucht, kann man eigentlich fast sicher sein, dass alles aus Frankreich kommt und absolut saisonal ist, eine Tatsache, die ich extrem sympathisch finde. Damit kommt man meistens auch noch besser weg, als wenn man sich im Carrefour für die Tomaten aus Marokko entscheidet, also auch noch sehr studentenfreundlich! Außerdem bekommt man, wenn man sich ein bisschen Zeit nimmt, noch die Geschichten der Leute, die die jeweiligen Sachen anbauen, kostenlos dazu – und wenn einem jemand 10 Minuten erzählt, wie die getrocknete Pflaume, die man da gerade gedankenlos runterschlucken wollte, eigentlich ihren Weg vom Baum aus dem Dorf neben Toulouse auf den Markt gefunden hat, bekommt sie doch nochmal einen ganz anderen Wert.

 

Ansonsten ist Essen, wie bei uns auch, einer der Hauptgründe, sich am Abend zu treffen und ich glaub, so viele Kochabende (als Zeichen der Integration im Normalfall auch mit Wein und Baguette) in so kurzer Zeit hab ich noch nie gehabt. Nachdem unsere Wohnheims-Zimmer dann allerdings doch recht klein sind, haben wir das typische „A table! / Zu Tisch!“ zu dem recht unkonventionellen „Au sol les enfaaants! / Zu Boden!“ umgewandelt.

Und zu guter Letzt, das berühmte Schokocroissant! Das ist hier eher ein quadratisches Schokobrot und war mir bisher unter Pain au chocolat bekannt. Dieser Name wird einem in Toulouse aber schon nach dem allerersten Boulangeriebesuch abgewöhnt, wenn man mit einem leicht argwöhnischen Blick darauf hingewiesen wird, dass das im Süden Frankreichs Chocolatine heißt und sich nur die Zuagroasten bzw. hochnäsigen Bordeauxler, die sich, eingekesselt von einer linguistisch zum Chocolatine bekennenden Region, mit Pain au chocolat outen. Vielleicht ein bisschen wie die Semmel (!) in Deutschland.

So, fast 500 Wörter über die schönste Art, Kulturen kennenzulernen, ich glaub, wenn ich jetzt nicht aufhör, schwafel ich noch ewig weiter. In diesem Sinne Bon appétit!

Frühlingshaftes Update

Frühlingshaftes Update

Aus dem sonnigen Toulouse 😉 Hier ist in den letzten Wochen nicht viel Großes passiert, außer dass mittlerweile der neue Schwung an Erasmussommersemesterleuten angekommen ist und ich mittlerweile voll und ganz im Schichtdienst der Notaufnahme aufgehe – die finden hier alle (mich eingeschlossen) total cool, aber als Austauschstudent hat man auch weder Wochenend- noch Nachtdienste. Und die haben es wirklich in sich, und wenn man mal genauer drüber nachdenkt, bringt die ganze Praxis, für die viele für ein halbes Jahr herkommen, natürlich auch mit sich, dass die Studenten hier praktisch schon während der Ausbildung ziemlich verheizt werden… Naja, wären meine Eltern damals nach Frankreich ausgewandert, wär ich wahrscheinlich eh professioneller Croissantbäcker geworden.
Übrigens heiß ich hier durch einen Fehler der Sekretärin bei den Namensschildern für die nächsten 4 Wochen Julia bzw. „Schülia“ (ist auch echt viel logischer, dass man bei zwei Vornamen wahrscheinlich den Zweiten verwendet). Ich hab‘s anfangs noch mit Anne probiert, aber spätestens nach einer Stunde ist der Name der „Externes“ eh wieder vergessen und man geht nach Namensschild, deswegen ist das Ganze jetzt eine Art Training, schließlich sollte man sich ja eigentlich mit allen Teilen seines Namens identifizieren können 😉

Ansonsten haben wir am Wochenende tatsächlich noch ein bisschen Schnee gefunden – gaanz weit drinnen in den Pyrenäen – und sind Skifahren gegangen. Organisiert wurde das Ganze von den Leuten vom hiesigen Ultimate-Frisbee-Verein und ich bin da über einen Freund noch reingerutscht und es war suuuper lustig – mit ziemlich gemischten Altersklassen, mittelmäßigem Schnee aber Wahnsinnsaussichten, Sternenhimmel, wenig Schlaf, ganz viel Essen und noch viel mehr Französisch. Ein bisschen Winter zum Abschluss sozusagen, bevor es diesen Monat dann doch eher wieder wärmer wird.

Ich hoffe, euch geht’s gut – bis ganz bald!

 

 

 

 

Voyage, voyage

Voyage, voyage

Viele erzählen ja von ihrem Erasmus, dass sie den größten Teil der Zeit gar nicht in der jeweiligen Stadt verbracht haben, sondern eigentlich dauernd am Reisen waren. Ich war bisher eher auf dem Trip „Möglichst-viel-von-Toulouse-mitnehmen“, am Wochenende dementsprechend höchstens mal in den Bergen, um auch ja kein Straßenfest zu verpassen und damit auch immer echt zufrieden. Irgendwo gehört das dann aber wohl doch dazu, deswegen kam dieser Teil jetzt über die Ferien dran.

Und es waren auch wirklich aufregende Ferien, angefangen mit einer Tour durch Süd-West-Frankreich, inklusive der Wanderdüne von Pilar, einem einfach gesagt RIESIGEN Sandhaufen zwischen Wald und Atlantik. Eines meiner persönlichen Highlights war außerdem das heilige Brimborium in Lourdes, einem ebenso einfach gesagt RIESIGEN Wallfahrtsort – zumindest was die Bedeutung angeht. Man kann über Religion ja sagen – und glauben – was man will, aber die Stimmung, die um die der Marienerscheinung gewidmeten Kathedrale herrscht, ist wirklich was Besonderes, da waren wir uns am Ende einig.

Weiter ging’s mit einer Runde Silvesterweintrauben, Pintxos-Tours und Neujahrsbaden in San Sebastian sowie der Entdeckung, dass in der Stierkampfarena von Pamplona im Winter statt Stierhetzen Weihnachtsmärkte stattfinden – sehr sympathisch! Unser Hostelbesitzer hat uns allerdings von seinen Erfahrungen im Sommer erzählt, die ziiiemlich aufregend klangen, deswegen muss ich da jetzt doch nochmal zu den San Fermin – Feierlichkeiten hin, die immer genau auf meinen Geburtstag fallen. Irgendwann mal, wenn da mal keine Prüfungen sein werden 😉

Den Abschluss hat jetzt der Besuch von Katja, einer Freundin aus München, gemacht, die ich auch schon in ihrem Erasmus in Bologna besucht hatte. Das war gar nicht unbedingt jedes Mal geplant gewesen, aber ich glaube, so viele Kitsch-Sonnenuntergänge in so kurzer Zeit hab ich noch nie erlebt! Und Marseille ist eine unglaublich faszinierende Stadt, die jetzt definitiv auch auf die Liste der Orte gewandert ist, die ich unbedingt nochmal länger besuchen mag!

Zusammenfassend waren die letzten drei Wochen also geprägt von viel zu viel gutem Essen und für mich auch mit der Feststellung, wie gerne ich mit Spaniern rede, auch wenn sie jetzt immer nach ein paar Sätzen meinerseits ins Französische verfallen sind – aber das ist ja auch nicht unbedingt was Neues.

Jetzt bleiben noch zwei Wochen Zeit, um ein bisschen was zu lernen, bevor es im Februar dann mit meinem vorerst letzten Stage in den „Urgences“ losgeht und danach dann auch gaaanz langsam wieder Richtung daheim. Bis dahin dauert’s allerdings noch ein bisschen, wir wollen ja nicht übertreiben 😉

Bonnes fêtes!

Bonnes fêtes!

… und joyeux Noel aus Frankreich!

Wir verbringen die Feiertage wiedervereint in Bordeaux und haben versucht, ein möglichst authentisch-französisches Weihnachtsfest draus zu machen – inklusive französischer Messe, Muscheln, Rotwein, „Silent Nuit, Douce Nuit“ und natürlich dem kitschigsten Plastikweihnachtsbaum, den die Innenstadt so zu bieten hat.

Liebe Grüße und schonmal einen guten Rutsch!

P.S. Oben ist das offizielle Weihnachtsfoto, aber das Inoffizielle war dann doch zu schade, um es in einem Ordner verstauben zu lassen 😉

 

Advent in Toulouse (mit Rezept für ein authentisches Erasmus-Weihnachtserlebnis)

Advent in Toulouse (mit Rezept für ein authentisches Erasmus-Weihnachtserlebnis)

Im Vorhinein muss betont werden, dass dem Ausländer die Weihnachtstraditionen der Franzosen möglicherweise etwas kümmerlich vorkommen und die im Folgenden beschriebenen Methoden, um dennoch in die richtige Adventsstimmung zu kommen, dem ein oder anderen primitiv oder gar kitschig erscheinen mögen. Wir bitten, von Kritik diesbezüglich abzusehen und zu bedenken, dass Improvisation und Vorstellungskraft im Leben des ordinären Erasmus-Studenten ständig eine große Rolle spielen.

Um sich trotz frühlingshafter Temperaturen und natürlich mangelndem Schnee mental auf das Fest der Liebe und des gemütlichen Beisammenseins einzustimmen, hat die Redaktion folgende Tipps und Hinweise für Sie zusammengestellt:

  1. Zunächst sollte man sich darüber im Klaren sein, dass die Übersetzung von Advent (–> avent) lediglich im Wörterbuch, nicht aber im Sprachgebrauch oder geschweige denn Alltag der Franzosen existiert.
  2. Dementsprechend sucht man auch vergeblich nach Kränzen und sollte seiner Kreativität in Bezug auf Alternativen keine Grenzen setzen (siehe Wein-Abend-Recycling-Methode).
  3. Plätzchen stellen in ofenlosen Wohnheimen eine komplizierte Angelegenheit dar. Hierbei gibt es mehrere Möglichkeiten: Am allerbesten wenden Sie sich an Leute aus Ihrem Heimatland – oder nutzen Sie die einzigartige Möglichkeit, nach einem Besuch von Freunden den Ofen im AirBnB noch so lange in Beschlag zu nehmen, bis eine gewissse Mindestanzahl von Moustache-Gebäck produziert worden ist. Dieses erfreut erfahrungsgemäß auch Ihre Mitbewohner im Wohnheim.
    Alternativ können Sie die Plätzchen-Backstunde des Sprachenzentrums nutzen, welches weder Küchengeräte noch einen Ofen bereitstellt, und letztendlich eine butterige Masse und anatomisch fragwürdige Teigmännchen mit nach Hause nehmen.
  4. Alle nach Lebkuchen und Spekulatius Lechzenden finden bei Lidl ihre Erlösung.
  5. Auch was Weihnachtsmärkte angeht, sollten Sie sich allgemein keine allzu großen Hoffnungen machen und einfach akzeptieren, dass zu kultureller Offenheit auch gehört, sich bei Latinoradiomusik durch fünf Reihen eintönig weißer St(r)andbuden mit Vin chaud und überteuerten Brezen aus dem Elsass zu drängeln und das Ganze dann als „Village de Noel“ zu bezeichnen.
  6. Internationale Weihnachtsfeiern und Wichteln machen mit Mit-Erasmus-Kommilitonen genauso viel Spaß wie daheim und werden daher dringend empfohlen!
  7. Nörgeln über Unterschiede und Dauer-Trauer wegen des verpassten Weihnachtskonzertes der Ismaninger Schrammel hat bekanntlich noch niemandem geholfen, deswegen hier noch ein Ausdruck, der im Französischen zum Ausdruck von Optimismus verwendet wird: Gardez la banane!

Schöne Rest-Adventszeit und sonnigste französische Grüße! 😉