Street Art

Street Art

Neulich habe ich in einem Laden ein kleines Notizbuch mit der Aufschrift „Disfruta de las pequeñas cosas de la vida“ (Genieße die kleinen Dinge im Leben) gefunden. Ich war schon immer ein Fan von poetischen Sprüchen und wenn ich nicht schon ein Reisetagebuch gehabt hätte, hätte ich dieses Heft auf der Stelle mitgenommen! So habe ich mich aber zurückgehalten und das Geschäft letztendlich nur mit einer neuen Blogeintragsidee verlassen.

Kleine, aber wunderbare Dinge gibt es überall, und hier – für mich – sowieso. Das fängt bei einem Snack in meinem Lieblingstapasrestaurant an (das ist dann im wahrsten Sinne des Wortes etwas Kleines) und geht über einen entspannten Kochabend mit der Mitbewohnerin bis hin zum Heimweg aus der Schule, wenn man in der Stadt zwischen den Häusern noch ein paar Sonnenstrahlen erwischt.
Ich könnte jetzt noch zwanzigtausend andere Beispiele nennen, aber ich hab mich entschieden, mich in dem Eintrag mal nur auf die visuellen kleinen Details zu konzentrieren, die ich in Salamanca bisher entdeckt habe.

Wer seine Augen beim Durch-Die-Stadt-Laufen mal vom Handy auf seine Umgebung richtet (ein Grund warum ich in Spanien auf keinen Fall eine Internetflatrate wollte), wird hier nämlich fürstlich entlohnt 😀 .

Fangen wir mit dem Sportplatz einer Schule in der Nähe von meiner Wohnung an – ich bin eigentlich kein großer Freund von Metallzäunen, aber mit ein bisschen Kreativität kann man daraus offensichtlich wirklich was Schönes machen! 🙂

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Weiter geht’s mit dem Platz auf dem Beitragsbild oben – das Coole an dem sieht man nämlich erst, wenn man ein bisschen genauer hinschaut…

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Ich hab vor eineinhalb Jahren unsere Garage in Deutschland angemalt, damit der Garagenhof ein bisschen Farbe bekommt. Damit war ich allerdings ziemlich alleine, deswegen war das nur bedingt erfolgreich.
Hier gibt es sowas viel häufiger und es gibt ein Viertel, in dem fast jede Wand als künstlerische Nutzfläche verwendet wird. Ich hab an einem Tag eine Stunde mal nur damit verbracht, mir die ganzen Bilder anzuschauen – das steht glaub ich in keinem Reiseführer, ist aber sehr zu empfehlen 😉 .

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DSCF4195Zuletzt noch mein absolutes Lieblingskunstwerk – die Pinguine! Das ist ein bisschen wie der Plaza Mayor – ich komm echt oft dran vorbei und muss jedes Mal wieder aufs Neue  grinsen, besonders nachdem ich Harry Potter entdeckt habe 😀 Im Prinzip ist das glaube ich auch nicht so schwer, wahrscheinlich muss man nur mal eine Gruppe Kunststudenten auf so einen Haufen Pfosten loslassen und schon entsteht sowas Witziges!

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So, das sind natürlich laaange nicht alle, aber wenn ich alle Bilder hochladen würde, wären das viel zu viele, als dass man die Einzelnen noch wertschätzen könnte….die kommen vielleicht mal bei anderer Gelegenheit.

Ich hab übrigens gerade beschlossen, dass ich mir das Buch doch kaufe – leere Seiten zum Schreiben kann man schließlich immer gebrauchen 😉 .

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WG-Leben

WG-Leben

Ich hab gestern mal wieder bewiesen, dass Fitnessstudios absolut überflüssig sind – Rennen im Alltag bekommt man mit ein bisschen (Anti)Talent auch so richtig gut hin.
Grund für mein morgendliches Workout war an diesem Tag mal ausnahmsweise nicht eine noch spontan erledigte Hausaufgabe oder ein zu entspanntes Frühstück, sondern unsere Waschmaschine.

DSCF4269Ich weiß nicht, ob das nur bei mir zuhause anders war, unsere Waschmaschine hier hat auf jeden Fall die Eigenheit, nach dem Waschen nicht automatisch in den Schleudergang zu wechseln. Den muss man danach extra einstellen. Neuankömmlinge, die sich auf eigene Faust mit den spanischen Waschprogrammen auseinandersetzen und diesen entscheidenden Hinweis übersehen, werden also erstmal von einer kleinen Flutwelle überrascht, die den halben Küchenboden unter Wasser setzt.
Genauso geht es aber auch allen, die am Morgen topmotiviert noch schnell eine Runde waschen wollen und nichtsahnend die Türe dieses Monstrums öffnen, in der noch die Wäsche eines anderen vom Vortag lauert – ungeschleudert… Naja, so bleibt zumindest der Küchenboden sauber. Und das Geld für Laufbänder kann man sich durch die durchs Aufwischen verlorene Zeit dann auch sparen. 😉

DSCF4263Ansonsten ist es aber wirklich cool, wir sind mittlerweile zu viert – 2 Holländer, 2 Deutsche – und verstehen uns richtig gut. Über die Ausstattung kann man sich eigentlich auch nicht beschweren, wir haben von der Kaffeemaschine bis zum Fernseher eigentlich alles, was man braucht und ich hab vor 2 Wochen sogar entdeckt, dass wir eine Mikrowelle haben. Achja, im Wohnzimmerschrank lagern, wieso auch immer, zwei Riesenpackungen Windeln (?!?) – also haben wir eigentlich deutlich mehr als man braucht.

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Nicht mal die Lampen, die in so ziemlich in allen Wohnungen, die ich bisher gesehen hab, irgendwie ziemlich kalt und eher dunkel sind, ändern etwas daran, dass man sich hier wohl fühlt. Ich hoffe, das bleibt auch so, wenn wir jetzt mit kürzer werdenden Tagen öfter künstliche Beleuchtung brauchen.
Das Einzige, das mich auch nach 6 Wochen tatsächlich noch stört, ist der Müll. Ich hab gedacht, dass man sein Gewissen in dem Punkt relativ schnell abstellen kann, aber es tut immer noch weh, ein Apfelgehäuse in den gleichen Eimer zu werfen, wie Nudelverpackungen, Taschentücher und alte Flaschen. Tja, Mülltrennung ist hier leider größtenteils ein Fremdwort, und obwohl ich sogar schon ein paar Container für unterschiedliche Arten gesehen habe, landet der Großteil doch in ein und demselben Behälter…. Also definitiv ein Punkt, in dem die Spanier noch was lernen können!

Dafür macht denen in Offenheit und Gastfreundschaft niemand was nach – meine Nachbarn sind total nett (und aufmerksam! Letzte Woche wurde ich gefragt, ob es meiner Hand wieder gut geht – und das war vor über einem Monat) und auch auf der Straße fängt man viel schneller mal ein Gespräch an, als in Deutschland.
Theoretisch herrschen hier also beste Voraussetzungen zum Spanischlernen. Jetzt muss ich meinen Alltag nur noch so planen, dass ich jeden Tag auch ein bisschen „arbeite“ – Vokabeln gehen halt leider nicht von selber 😉

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Spanisches Krankenhaus, Klappe die Zweite

Spanisches Krankenhaus, Klappe die Zweite

Mit Schnee kann ich noch nicht dienen, aber alle, die momentan in Deutschland frieren, kann ich trotzdem beruhigen – bei uns ist der Herbst auch hereingebrochen und kurze Hosen trägt hier schon seit 2 Wochen keiner mehr 😉 .
Nach dem „Temperatursturz“ letzte Woche (es hat zugegeben immer noch zwischen 10 und 15 Grad) sind hier erst mal alle reihenweise krank geworden. In unserem Kurs natürlich schön geordnet – typisch deutsch?!?  – und der Reihe nach. Ich war die Vorletzte, konnte mich bisher aber Dank einem üppigen Vorrat an Salbeibonbons ziemlich erfolgreich über die Grippewelle hinwegretten.

Myrthe hat das nicht ganz so gut hinbekommen und nachdem alles auf eine Infektion, die mit verschreibungspflichtigen Antibiotika behandelt werden sollte, hingewiesen hat, haben wir gestern Abend dann beschlossen, dass ein weiterer Abstecher ins Krankenhaus vielleicht gar nicht so verkehrt wäre. Das, in dem ich am Anfang dieser Reise mit meiner Hand war, ist privat, hat ihre Versicherungskarte nicht anerkannt und wir wurden weitergeschickt. So kennen wir jetzt auch die Uniklinik von Salamanca. Naja, ich bin eh nicht so der Wiederholungstäter.
Die Leute da können – oh Wunder – genauso wenig Nichtspanisch wie im Rest öffentlichen Ämter hier, aber dieses Mal ging es mit der Kommunikation trotzdem um einiges einfacher – und ganz ohne Internet! Das liegt wahrscheinlich daran, dass wir in den letzten 4 Wochen doch irgendwie was gelernt haben, auch wenn die Situation „En el hospital“ noch nie drankam.
An diesem Tag hat sich für mich übrigens mal wieder bestätigt, wie viel winzige Gesten ausmachen. Myrthe hat mit ihrem Husten so ziemlich das gesamte Wartezimmer unterhalten und irgendwann kam dann eine Frau und hat ihr ein Bonbon angeboten, das den Rachen beruhigt. Es ging dann auch tatsächlich besser und daraufhin kamen von allen Seiten gut gemeinte Ratschläge, welche Hausmittelchen bei sowas am besten helfen (Ich war an dieser Stelle unglaublich stolz, dass ich mir beim Einkaufen die Gemüsenamen angeschaut hab, und das Wunderheilmittel „Cebolla“ als Zwiebel identifizieren konnte). Ich kann nicht mal genau sagen wieso, aber diese aufrichtige Anteilnahme hat mich den ganzen Abend in Hochstimmung versetzt 🙂 .
Ach ja, die Diagnose war dann übrigens eine Infektion, die mit Antibiotika behandelt werden muss, deswegen haben wir danach gleich noch bei einer „Farmacia“ vorbeigeschaut, die gibt es hier an jeder Straßenecke.

Unser zweiter Krankenhausbesuch verlief also deutlich unchaotischer – so gesehen eigentlich ein ziemlich positives Feedback an unser Spanisch! Also falls sich am Ende des Kurses nochmal jemand was tun sollte, verstehen wir dann vielleicht auch die Witze, die die Ärzte zur Auflockerung reißen 😉 .

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Segovia – mal wieder Tourist

Segovia – mal wieder Tourist

Wir haben es geschafft!! Ich hatte die Hoffnung ja persönlich schon aufgegeben, dass wir am verlängerten Wochenende vom 10. bis zum 12. Oktober (da ist hier Nationalfeiertag) irgendwas außerhalb von Salamanca unternehmen, aber nachdem sich nach einem Haufen Planungs-Google-Frustrationsstress weder die Nationalfeiern in Zaragoza, noch die Aussicht auf Kultur in Toledo oder auf Meer in Nordspanien als realisierbar herausgestellt hatten, haben wir am Ende doch noch spontan einen Tagestrip nach Segovia auf die Beine gestellt. Wir, das sind übrigens Anne und ich 😉 . Sie kommt – wie der Großteil der Sprachschüler hier – auch aus Holland und nimmt genauso gerne so viel wie möglich von einer Reise mit 🙂 .
Ach ja, falls jemand Hilfe bei der Planung von Bustouren durch Spanien braucht – ich kenn die Websites und Anbieter mittlerweile aaaalle in- und auswendig.

Insgesamt gefahren sind wir dann zu viert, Lisanne und Ilse – ebenfalls aus den Niederlanden – haben sich uns noch spontan angeschlossen, und der Ausflug war ein voller Erfolg!
Dafür sind wir sogar zu einer Zeit aufgestanden, zu der wir samstags normalerweise schlafen gehen 😉 . Den Rest des Tages überlass ich bis auf ein paar Kommentare einfach den Bildern…

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Die Busfahrt hat bei uns mit Umstieg in Avila 2,5 h gedauert– wir haben alle gedöst bzw. hin und wieder ein Hustkonzert veranstaltet und so von der Asiatin, die im hinteren Busteil ihren Mageninhalt zum Besten gegeben hat, gar nichts mitbekommen 😉

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Zwei von viiieelen Kirchen

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Das Aquädukt von Segovia; (zu Recht) Hauptplatz der Stadt für Erinnerungsfotoshootings aller Art, Dauer und Qualität – vom Quatschselfie via IPhone bis hin zu mehr oder weniger gekonntem Posieren vor unterarmlangen Spiegelreflexkameras; Dauergrinsen und kiloweise Schminke inklusive

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Den sogenannten Plaza Mayor…. findet man bestimmt schön, wenn man nicht den Gleichnamigen in Salamanca gewohnt ist 😉

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Die Kathedrale; größtes Gebäude der Altstadt, das man eigentlich von überall sehen kann, zum Innenleben kann ich leider nicht viel sagen, aber die meist gehörteste Beschreibung meiner Freunde zum Äußeren war: „Oh, it is soo nice!“ 😀

DSC_0956Der Alcázar ist angeblich eines von 2 Schlössern, die Walt Disney beim Entwurf seines „Cinderella-Castles“ inspiriert haben (das andere steht laut der Koreanerin aus meiner Wohnung irgendwo in Deutschland)

DSC_0955800px-Cinderella_CastleIch finde, die Türme haben tatsächlich eine gewisse Ähnlichkeit, oder?
Auf den Großen in der Mitte kann man hinaufsteigen – und der Ausblick auf Segovia und Umland ist die 152 etwas abenteuerlichen Stufen absolut wert!

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Fazit: Richtig, richtig schöne Stadt mit vielen verwinkelten Gassen, kleinen Läden, schönen Häusern und eigentlich der Crème de la Crème von allem, was das Touristenherz begehrt. Die 6  1/2 Stunden, die wir dort hatten, reichen absolut aus, um sich auch ohne genaue Planung alles in Ruhe anzuschauen und gemütlich durch die Stadt zu bummeln.

Am Ende waren wir trotzdem glücklich, insgesamt in Salamanca zu wohnen und Segovia „nur“ als Tagesausflugsziel gewählt zu haben – aber dafür lohnt sich diese Stadt wirklich sehr! 🙂

Ohne Worte

Ohne Worte

Manche Leute lernen aus ihren Fehlern…. naja, und manchen eben nicht. Eigentlich war das im letzten Eintrag nicht ganz ernst gemeint, dass ich wieder über vergessene Schlüssel schreibe, aber ich hab es am Wochenende nach 2 Wochen paranoidem Dauerschlüsselüberprüfen tatsächlich geschafft, ihn wieder zuhause zu lassen. Das ist mir aber Gott sei Dank aufgefallen, BEVOR ich um 5:00 Uhr nachts allein vor meiner Tür stand, das wäre unter Umständen problematisch geworden. So hab ich dann zum ersten Mal hier woanders übernachtet (bei Myrthe, die mich freundlicherweise in dem freien Bett in ihrem Doppelzimmer hat schlafen lassen) und nicht mal Doris war sauer, als ich sie am nächsten Morgen (also gegen 14:00 Uhr) aus dem Schlaf geklingelt hab.

Das restliche Wochenende war dann aber relativ „tranqulio“, wie man hier sagt, am Samstag haben wir Popcorn gemacht, einen Film geschaut (sogar mit spanischem Untertitel!) und am Sonntag, so als Kulturprogramm, die Kathedrale(n) besichtigt.
Die ist von innen leider nicht mal halb so außergewöhnlich wie von außen und den Audioguide-Erklärungen konzentriert zuzuhören, war ungefähr so gut möglich, wie das Telefonbuch am Stück zu lesen, aber ich finde, das gehört irgendwie zum Pflichtprogramm, wenn man hier so lange ist. Außerdem sind wir danach noch bei Wind (und Wetter irgendwie auch) auf den Turm der Kathedrale gestiegen und das war ein ziemlich guter Ausgleich!
DSCF3856Man kann dort direkt über der Grenze der alten und der neuen Kathedrale laufen und nachdem wir eine Holländerin dabei hatten, die sich mit Architektur ein bisschen ausgekannt hat, hab am Ende sogar ich den Unterschied in den Bauweisen halbwegs gesehen. Und von den verschiedenen Terrassen hatte man eine wunderschöne Sicht auf die ganze Stadt (ich glaub so viele Fotos an einem Tag hab ich noch nie gemacht 😉 ).

Hier also ein Salamanca-Tourismus-Tipp: Wer sich die Kathedrale anschauen will, sollte das Geld lieber für den Turm, den „ieronimus“, ausgeben – von da kann man sowohl von oben in die alte, als auch in die neue Kathedrale hineinschauen (das reicht absolut) und man bekommt als Zusatz noch die perfekte Kulisse für Erinnerungsfotos! 🙂

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¡Salamanca, te quiero!

Querer – lieben; heute gelernt und ich kann es hier gleich anwenden, denn besser könnte man die Situation nicht beschreiben!
Ich weiß nicht, ob das daran liegt, dass ich hier lebe und nicht nur als Besucher durch die Altstadt renne, oder ob mich Salamanca auch als Tourist so faszinieren würde – auf jeden Fall gefällt es mir hier von Tag zu Tag mehr! Und weil diese wunderschöne Stadt irgendwie ziemlich stark für den erfolgreichen Start meiner Reise verantwortlich ist und damit ihr auch einen Eindruck davon bekommt, wo ich den ganzen Tag so bin, kommen demnächst ein paar Blogeinträge nur über Salamanca.

Zuallererst mal ein paar mehr oder weniger trockene Fakten: Salamanca befindet sich westlich von Madrid in der Provinz Kastilien-León, und liegt damit weder am Meer, noch in den Bergen, dafür aber an einem Fluss, dem Rio Tormes. Suchen dürft ihr auf der Karte selber 😉 …

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Diese Stadt ist wirklich superschön (hab ich glaub ich schon mal erwähnt) und besonders wenn wie die letzten 2 Wochen die Sonne scheint, versteht man sofort, warum Salamanca auch die Goldene Stadt genannt wird. Und warum die Altstadt von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde auch, aber das klingt nicht halb so schön wie „ciudad de oro“.

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Von den ca. 150.000 Einwohnern sind an die 40.000 Studenten – kein Wunder, immerhin ist steht hier eine der ältesten Unis aus ganz Europa! Dementsprechend ist die Altstadt mit Büchereien ebenso gut ausgestattet wie mit unzähligen Bars und Clubs. Von öffentlichen Verkehrsmitteln hat hier übrigens kaum wer eine Ahnung, weil sich eigentlich alles in Laufweite befindet. Ich hab bisher nie länger als eine halbe Stunde gebraucht, um irgendwohin zu kommen und sogar 20 Laufminuten sind für „Salamanca-Verhältnisse“ zum Beispiel schon wirklich viel!

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Wenn man sich mal verläuft (also in meinem Fall eigentlich dauernd), fragt man am besten nach dem Plaza Mayor, der, wie man am Namen unschwer erkennen kann, der Hauptplatz und damit das absolute Zentrum der Stadt ist – klar, dass das jeder kennt. Das Besondere ist, dass es sich hierbei theoretisch „nur“ um einen Innenhof handelt, mit einem einzigen, zusammenhängenden Gebäude außen rum, in dem sich das Rathaus, Läden und Wohnungen befinden.
Keine Ahnung übrigens, wie die Bewohner das da lärmmäßig aushalten, denn hier ist eigentlich immer was los, 24 Stunden, 7 Tage die Woche. Tagsüber sitzen die Leute je nach Sonnenstand in einem der Cafés und Restaurants und abends, wenn die geschlossen haben, dann einfach auf dem Boden. Ich hab selber noch keinen Tag erlebt, in dem ich dort nicht mindestens drei Mal durchgelaufen bin und auch nach fast 3 Wochen bin ich jedes Mal begeistert!

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Die Hauptsehenswürdigkeit der Stadt ist die Kathedrale – und weil eine natürlich nicht reicht, hat Salamanca gleich 2 davon, die beide direkt nebeneinander stehen. Die Namen sind zugegeben nicht besonders kreativ, alte Kathedrale (links) und neue Kathedrale (rechts), aber schön ausschauen tun die beiden allemal.

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DSCF3578Die alte Kathedrale stammt aus dem 12. bzw. 13. Jahrhundert und wurde im romanischen Stil erbaut. Die genaue Geschichte der Erbauung erspar ich euch, nur so viel: zur selben Zeit wurde auch die Domschule gegründet, aus der dann die heutige Universität hervorging.

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Im 16. Jahrhundert war man dann der Meinung, dass die „Catedral vieja“ nicht mehr groß genug war, um die Stadt angemessen zu repräsentieren und der Bau einer zweiten, doppelt so großen Kathedrale begann. (Ich persönlich find ja schon die alte ziemlich eindrucksvoll, aber gut, jedem das seine.) Heute liegt die „Catedral nueva“ mehr oder weniger direkt gegenüber von Unigebäude und ist damit nur 2 Straßen von meiner Sprachschule entfernt 🙂 .

Das Detail am Eingang dieser Kirche aus dem Mittelalter, das so ziemlich in jeder Stadtführung erwähnt wird, seht ihr auf dem Bild.

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Dabei handelt es sich leider nicht um einen Beweis für Prä-Astronautik, sondern „nur“ um die künstlerische Freiheit der Steinmetze, die 1992 eine ziemlich ausgiebige Renovierung der neuen Kathedrale starteten und dabei einen Astronauten als zeitgenössisches Symbol des 20. Jahrhunderts einfügten.

So, es gibt natürlich noch viiieel mehr über diese Stadt zu sagen aber damit der Eintrag nicht noch länger wird, mach ich an der Stelle mal einen Punkt. Ich hoffe, dieser „Kultureintrag“ war für euch auch halbwegs interessant – sobald es wieder andere Neuigkeiten gibt, schreib ich dann wieder über vergessene Schlüssel und Schokolade im Unterricht 😉 .