San Sebastian – ein Sommertagstraum

San Sebastian – ein Sommertagstraum

EEEENDLICH!! Für dieses Wochenende hatte mir wetter.com nach geschlagenen fünf Wochen Warten zum ersten Mal gutes Wetter in Spaniens „Nizza am Atlantik“ (mein Reiseführer neigt wirklich sehr zu blumigen Spitznamen) versprochen.
Ich freue mich so sehr, dass ich sogar viel zu früh dran bin – ganze 15 Minuten warte ich an der Bushaltestelle in Castro. In Bilbao erscheint dann zu meinem Entsetzen mein Bus nach San Sebastian erstmal Ewigkeiten nicht auf der Anzeigetafel. Nach einem Haufen gestresstem Rumgerenne und –gefrage weist mich schließlich eine Mitarbeiterin von ALSA, der Busgesellschaft, darauf hin, dass dieser Bus an einer anderen Ecke der Station abfährt und deswegen auch auf einer anderen Anzeigetafel aufgelistet wird. Man kann es aber auch wirklich unnötig kompliziert machen!

DSCF6219
Sogar das Panorama ist perfekt – schneebedeckte Berge!

Als Ausgleich hält dieser schlussendlich dann doch existierende Bus am Ende aber auch eine positive Überraschung bereit. Es handelt sich nämlich um einen der „Luxusbusse“, die hier in Spanien kursieren (keine Ahnung übrigens, ob die auch in Deutschland existieren), sprich es gibt nur 3 Sitze pro Reihe, eine Art Busstewardess, die anfangs Getränke und Kopfhörer austeilt, funktionierendes Internet und einen Kopfhöreranschluss mit 7 Musikkanälen. Wahnsinn, was in einem Ticket für 6,99€ so alles drin ist 😉 Auf der Suche nach spanischen Liedern setze ich mir zunächst die Kopfhörer auf, aber auch nur, um sie eine Millisekunde später wieder hektisch von den Ohren zu reißen. Die Person, die vor mir die Lautstärke eingestellt hat, muss wirklich taub gewesen sein! Mein Sitznachbar quittiert diese Zuckungen mit einem sehr schlecht unterdrückten Grinsen. Hmpf.

Als er allerdings kurz darauf meinem Beispiel folgt und sich seine Ohren ebenfalls einem ohrenbetäubenden Krach ausgesetzt sehen, bin ich diejenige, die beim Lachenverkneifen kläglich versagt. Damit wären wir dann wohl quitt 😉 .

 

DSCF6224Eineinhalb Stunden später sind wir dann da und beim Verlassen der Busstation werden wir erstmal von einer strahlenden Sonne begrüßt. Lalala, tschüss Schal, tschüss Windjacke, tschüss Extrapulli, viel Spaß in den Tiefen meines Rucksackes – wir sehen uns dann am Abend wieder!

DSCF6226

In der Fußgängerzone eröffne ich dann zuallererst die Eissaison für dieses Jahr. Ich sag’s euch, manche Sachen weiß man erst wirklich zu schätzen, wenn man über ein halbes Jahr drauf verzichtet hat! Absolut zufrieden mit mir und der Welt schlendere ich bis zum Strand und setze mich auf eine Steinmauer am Hafen. Ich glaube, mein Dauergrinsen wirkt ein bisschen dämlich, aber bei den vielen intelligenten Menschen, die diesen wunderschönen Sonntag ebenfalls in dieser wunderschönen Stadt verbringen, fällt das wahrscheinlich eh niemandem auf. Außerdem kennt mich hier sowieso keiner, es gibt also absolut keinen Grund, sich wegen guter Laune die Laune verderben zu lassen!

 

San Sebastian an sich hat keine speziellen Sehenswürdigkeiten oder besonders wichtige Gebäude, es ist eher das elegante Stadtbild im Gesamten und die Atmosphäre, die Touristen anlockt. Also eigentlich eine Stadt zum Spazierengehen und genau das mache ich auch. Zuerst geht es auf den Monte Urgull, einen kleinen Berg, der „La Concha“ (Die Muschel), den Hauptstrand, auf der Ostseite begrenzt und eine wirklich schöne Sicht auf die Altstadt und die Strandpromenade hergibt.

DSCF6244

Danach laufe ich bestimmt 3 Stunden durch die Gassen des Casco Viejo, der Altstadt, und probiere mich durch die berühmt-berüchtigten Pintxos (= Pinchos [Bilbao] = Tapas [Andalusien]; das ist hier ein bisschen wie die Semmeln in Deutschland) durch. Die Bars hier bieten das so an, dass man sich an der Theke selber bedienen kann und nachher zahlt – was zur Folge hat, dass man viel mehr isst, als geplant. Besonders, wenn man sich noch mit verschiedensten Leuten unterhält, die einem zu Was-weiß-ich raten und man es sich ohne großes Warten einfach nehmen kann. Das wird garantiert auch ausgenutzt, aber im Endeffekt machen die Bars dadurch wahrscheinlich doch mehr Umsatz als sonst. Ich zumindest find’s absolut genial, wieso hat sich das noch nicht in anderen Ländern durchgesetzt?

Den späten Nachmittag verbringe ich dann am Strand, schaue den Surfern zu, bekomme Nackenschmerzen von dauernden Nach-oben-schauen-und-Häuserfassaden-bewundern und gehe bis zu dem Berg am anderen Ende von „La Concha“. Für die Seilbahn nach oben habe ich leider keine Zeit mehr und am Ende ist trotz aller guten Vorsätze mal wieder ein (sehr) zügiger Laufschritt angesagt. Der Bus hat dann allerdings Verspätung, also alles halb so wild (an dieser Stelle Grüße an meine Eltern) 😉

Im Prinzip war ich ja vorbereitet, immerhin hat mir hier jeder gesagt, dass San Sebastian genial sein soll, aber diese Stadt hat meine persönlichen Erwartungen sogar noch übertroffen und liegt auf der inoffiziellen „Annes-spanische-Lieblingsstädte“ jetzt direkt hinter Salamanca auf Platz 2. (Bei Salamanca spielen in diesem Fall aber auch persönliche Erinnerungen mit rein, also objektiv ist das hier nicht 😉 )
So oder so, ich will auf jeden Fall nochmal wiederkommen und nächstes Mal dann auch Surfen, das sah bei den anderen wirklich nach Spaß aus! Bei der Gelegenheit kann ich dann auch gleich meine Gastfamilie wieder besuchen, also lohnt es sich gleich doppelt 😉

DSCF6313

 

P.S. Tut mir übrigens leid, dass der Eintrag so lang geworden ist, ich wusste nur nicht, was ich sonst noch rauskürzen sollte. Nächstes Mal wird’s wieder ein bisschen übersichtlicher, versprochen!

Advertisements

Ohne Worte – mal wieder

DSCF6322

Drei Sekunden weggeschaut und dann liest man sowas! 🙂 Es gibt sie also wirklich, diese Momente, die sämtliches Geschrei, pubertäres Rumgezicke und sonstigen Quatsch mit einem Schlag ungeschehen machen…

El tiempo vuela…

Mir ist neulich aufgefallen, dass ich euch bisher immer nur von den „wichtigen“ Sachen was erzählt hab. Jetzt bleiben mir also nur noch 3 Wochen Aupairdasein und ihr habt immer noch fast keine Ahnung von meinem Alltag hier –> höchste Zeit, das nachzuholen!

Zugegeben, so spannend ist das gar nicht, aber gefallen tut’s mir trotzdem 🙂 .

Ich „arbeite“ (ich find den Begriff für das was ich mache, eigentlich ziemlich blöd, aber ein anderer fällt mir gerade nicht ein) von Montag bis Samstag, unter der Woche am Nachmittag und am Wochenende am Vormittag bis ca. 15:00 Uhr, immer wie es sich gerade anbietet.

„Arbeiten“ bedeutet in diesem Fall den Jungs Deutsch beibringen, in irgendeiner Art und Weise. Ich geb mir alle Mühe, das halbwegs lustig zu gestalten, denn übertreiben muss man das in diesem Alter ja auch nicht. Die Idee hinter dem Ganzen ist, dass sie einfach jetzt schon ein gewisses Gefühl für diese Sprache entwickeln, damit es ihnen später, falls sie mal einen ernsthaften Sprachkurs machen sollten, leichter fällt. Mein großer Vorteil im Vergleich zu den anderen beiden Aupairs vor mir (aus Italien und Frankreich) ist, dass die beiden vor ein paar Jahren schon mal Deutschunterricht hatten, sprich wir haben nicht von 0 angefangen.

Wir spielen also relativ viel, ich wiederhole einzelne Ausdrücke (z.B. „Schuhe anziehen!“ oder „Wir gehen raus!“) praktisch dauernd und Marco hat das Singen für sich entdeckt. Momentan probieren wir es mit „Anne Kaffeekanne“, das bisher schwierigste Lied, aber er ist ziemlich motiviert und abends (wenn er eigentlich schon längst schlafen sollte) hör ich ihn manchmal im Nebenzimmer die Lieder singen, die wir schon gelernt haben.

Und allgemein gilt die Regel: Wenn du etwas willst, ist die Wahrscheinlichkeit dass du es bekommst, viel höher, wenn du es auf Deutsch sagst.

Es ist absolut faszinierend zu sehen, wie Kinder lernen. Teilweise nehmen die nämlich auch Sachen auf, die man ihnen gar nicht aktiv beigebracht hat. So können die beiden nicht nur fast wörtlich zitieren, was ich sage, wenn ich wirklich sauer bin, sondern in Extremfällen auch ganze Ausdrücke wie „Warte, warte ein bisschen! Setz dich hin, bitte!!“ aus meinem Alltagsvokubabular zusammenbauen.

Im Haushalt muss ich abgesehen vom Spülmaschine einräumen eigentlich nichts machen und kann die Vormittage unter der Woche in aller Seelenruhe zum Lernen oder Sportmachen nutzen. Weiß nicht, ob ich vor meiner Rente jemals wieder so viel Zeit haben werde, aber langweilig war mir bisher noch nie.

Naja, ansonsten haben die zwei dreimal die Woche Karate, zu dem ich sie begleite und nach einer Stunde Spazierengehen oder Lesen wieder abhole und am Samstag machen wir seit einem Monat immer das Mittagessen – eine Tatsache, von der alle Beteiligten etwas haben. Mónica und Roberto wissen die eine Stunde weniger Arbeit absolut zu schätzen, Marco und Alain macht es Spaß, „wie die Großen“ das Essen vorzubereiten und ich… naja, ich bin trotz haufenweise lautstarker Diskussionen über Quatschmachen-in-der-Küche und doppeltem Putzbedarf danach auch zufrieden, wenn am Ende zwei grinsende Kinder lauthals „Das Essen ist fertiiig!“ durch das Haus brüllen.

Es ist teilweise wirklich eine Geduldsprobe, aber mir ist absolut schleierhaft, wie ich mich in nicht mal einem Monat von diesen beiden Energiebündeln verabschieden können soll. Meine Standardstrategie, so viel machen wie möglich, um nicht groß denken zu müssen, funktioniert bisher ganz gut und ich mache es genau wie Marco und Alain – im Moment leben und einfach glücklich mit den Sachen sein, die man gerade hat! 🙂

IMAG2117
Das kenn ich auch noch genau von früher 😉

„Regeninspiration“

Wenn der Regen nass und kalt
lauthals durch die Straße schallt,
wenn der Plan hinauszugehen
geradewegs gescheitert ist,
dann in meinen Kopf sich frisst
der Gedanke doch mal was zu lernen.

Die Sprache bietet sich da an
damit man auch was sagen kann,
wenn die Kinder wieder spinnen
und „tonterias“ sich erfinden.

Also wird der Stift gezückt,
’ne Flasche Wasser noch dazu
und ein Blatt wird schnell gefüllt,
und das Gewissen, das hat Ruh.

 

Typisch neuzeitlich-gemischte Kombination aus Schweifreim, zweifachem Paarreim und Kreuzreim als Zeichen der Unerfahrenheit der Autorin in der Tätigkeit des Schreibens; mit Ausnahme von Vers 11 und 13 durchgehend Verwendung von reinen Reimen; Anapher in Vers 1 und 3 zur betonten Verdeutlichung der Schlechtwetterlage und deren Auswirkungen; Personifizierung des „Gewissen[s]“ (Vers 14) zur ironischen Darstellung der hierbei zugrundeliegenden Faulheit in Bezug auf effektives Lernen; Verwendung von spanischen Fremdwörtern (vgl. Vers 10) als kläglicher Vertuschungsversuch der im vorausgehenden Stilmittel beschriebenen Tatsache

 

Ihr seht, ich hab zu viel Zeit 😉 Sogar so viel, dass ich mich nicht nur endlich mal aktiv ans Sprachelernen mache, sondern auch noch in aller Ruhe in den verstaubtesten Ecken meines Gehirns nach Sachen suchen kann, die ich schon längst nicht mehr brauche, wie zum Beispiel einer Gedichtsanalyse. Von wegen, man vergisst nach dem Abi alles!

DSCF6208

 

 

 

Loca Vitoria

Loca Vitoria

Um 8:00 Uhr klingelt mein Handywecker. Viel zu früh…

Zwei Snooze-Einheit später meldet sich mein Gehirn. „Also wenn du den Bus um 9 noch erwischen willst, musst du jetzt wirklich aufstehen – immerhin brauchst du mindestens 20 Minuten für den Weg.“ Ich hasse es, wenn ich Recht habe!!
Um 8:55 Uhr verlasse ich das Haus. Alles klar, joggend brauche ich für die Strecke nur 10 Minuten und der Bus nach Bilbao kam bisher noch nie pünktlich, also so schlecht stehen die Chancen gar nicht!
Auf halber Strecke fällt mir auf, dass mein Geldbeutel nicht in meinem Rucksack ist. SCH…..lecht. Den „Anschlussbus“ aus Bilbao nach Vitoria kann ich also auch vergessen. OK, ich sehe ein, dass das mit Plan A nichts mehr wird. Zum Glück sind das beides Linienbusse, die stündlich fahren, also komm ich heute vielleicht doch noch zu meiner sonntäglichen Stadtbesichtigung.

2,5 Stunden später sitze ich dann tatsächlich zur richtigen Zeit im richtigen Bus und bin trotz des ganzen Chaos ziemlich zufrieden. Durch die unfreiwillige Zurückgehaktion konnte ich sogar noch meiner Gastfamilie guten Morgen sagen und einen Schlenker am Strand vorbeimachen, also alles in allem eigentlich ganz schön.

Mein Handy ist heute auch sehr spontan und verabschiedet sich mit einem „Bitte Ladegerät anschließen“ ins Reich der Nichtbenutzbarkeit. In Puncto Improvisation kann das definitiv noch was lernen! So fällt meine Standardbusbeschäftigung, Musikhören, also weg. Das macht aber gar nichts, mein Gangnachbar lässt freundlicherweise bei sich mithören – und alle anderen umliegenden 10 Plätze gleich mit. Auch gut.

Beim Aussteigen werde ich dann von einem Teufel überholt. Hä? Achja, es ist ja Karneval, das hatte ich an diesem Tag komplett vergessen. An der Informationsstelle verpasse ich auch meinem Kostüm den letzten authentischen Schliff – Rucksack, Windjacke, Kamera und jetzt auch noch ein überdimensionierter Stadtplan: ich gehe dieses Jahr als Tourist! 😉

Um das Zentrum zu finden, brauche ich die Karte nicht mal, der Musik zu folgen ist viel einfacher. Und dann bin ich mitten drin, oder besser: daneben. Ein Faschingsgespann nach dem anderen zieht an einer Schaar begeisterter Zuschauer vorbei, die ebenfalls alle verkleidet sind. Süßigkeiten gibt’s dieses Mal nicht, dafür aber alle 100 Meter einen wunderbar dekorierten Wagen, mit jeweils anderer Musik. So wird man, wenn man in die Mitte von zwei solchen Wägen gerät, gleich von beiden Seiten zugeschallt. Da siehst du es Handy, du bist absolut überflüssig.


Irgendwann hab ich genug gesehen und mache mich auf die Suche nach dem alten Stadtkern und etwas zu essen. Nachdem Bars und Altstadt in diesem Fall zusammenfallen ist das nicht weiter schwer und nach kurzer Zeit habe ich die Hälfte des „Casco Viejos“ durchlaufen, die Hauptkirche von außen gesehen (leider momentan eine einzige Baustelle), ein Foto auf dem Hauptplatz gemacht und eine Bar gefunden, die Pinchos anbietet. Ein Ehepaar rät mir zu den Anchoas, kleinen, länglichen in Salz eingelegten Fischen, die auch tatsächlich sehr gut schmecken. Die Aubergine mit Röstzwiebeln, die ich mir außerdem bestellt habe, entpuppt sich allerdings als Morcilla, als Blutwurst. Die klingt aber ekliger als sie tatsächlich ist, und wenn man nicht weiß, was man da isst, schmeckt die eigentlich sogar ganz gut. Probieren geht über Studieren!

 

DSCF6155Nach dem Essen folge ich dem Camino de Santiago ein Stück durch die Stadt, vorbei an bunten Häuserwänden und wunderschönen Gebäuden. Irgendwann höre ich ein altbekanntes Klappern und nach einigem Suchen sehe ich die Störche auch, direkt auf dem Kirchturm. Ein glückseliges Grinsen kann ich mir trotz aller Anstrengung nicht verkneifen. 🙂

 

DSCF6152

Der Rest des Tages vergeht dann auch recht schnell, mit Churrosessen, Spazierengehen, Geocashen und um halb 7 geht es mit dem Bus dann wieder nach Bilbao und von dort aus nach Castro.
Jetzt bin ich ein bisschen platt, aber total froh, dass ich mir die Hauptstadt des Baskenlandes auch noch angeschaut habe, eigentlich war das nämlich gar nicht geplant.

Nächste Woche kann ich dann hoffentlich nach San Sebastian; wenn es nicht wieder regnet – also mal wieder spontan 😉

Bilbao – hässliches Entlein war gestern

Bilbao – hässliches Entlein war gestern

Eine Stadt mit Aufwind, so heißt es in dem Spanienreiseführer, den mir mein Vater im Herbst überlassen hat und der seitdem mein treuer Reisebegleiter geworden ist. Mein Reiseleiter übrigens auch, denn Städteanschauvorbereitungen sind bei mir meistens doch sehr auf die Busfahrt beschränkt und dieses Buch hat so ziemlich zu jedem auch nur im entferntesten wichtigen Ort in Spanien was zu sagen.

Und über Bilbao, die von Castro aus nächstgelegene Großstadt, sowieso. Dass das vor ca. 30 Jahren noch eine stinkende, hässliche Industriestadt war, merkt man heute absolut nicht mehr deswegen war ich auch schon drei Mal da :).

Am allerwichtigsten ist das weltberühmte Guggenheim-Museum. Das ist vor allem von außen ziemlich spektakulär und man findet eigentlich immer Leute, die vor dem Eingang neben dem Blumenwelpen, dem „Puppy“, zähnefletschend darauf warten, dass der Auslöser ihrer Kamera gedrückt wird. Zugegeben, ich konnte auch nicht wiederstehen. 😉

DSCF5612

Auch von innen ist es was Besonderes. Eigentlich bin ich ja kein großer Kunstversteher und kann Kunstwerke höchstens mit einem banalen „Also, die Farben sind auf jeden Fall schön.“ oder „Und damit verdient man Geld??“ kommentieren, aber an diesem Tag hab ich mir tatsächlich auch mal Gedanken über bestimmte Werke gemacht. Ob das daran lag, dass ich alle Zeit der Welt hatte, um durch die 3 Stockwerke mit Wechsel- und Dauerausstellungen zu laufen oder daran, dass es nicht nur normale Gemälde gab, sondern auch Skulpturen, Kurzfilme, Interviews, Modelle, Grafittis und Leuchtreklametafeln, weiß ich nicht. Die aktuelle Afrikaausstellung ist auf alle Fälle richtig gut und abwechslungsreich gemacht und ich hab den Tag sehr genossen.


Am Wochenende danach wollte ich mir dann eigentlich die Stadt anschauen, aber nachdem ich zuerst in einer Bar mit Pinchos (so heißen die Tapas hier) und WiFi hängengeblieben und danach von einem zweistündigem Platzregen überrascht worden bin, hat das leider nicht so ganz geklappt. Dafür hat sich dann herausgestellt, dass das Café, in das ich mich spontan geflüchtet hatte, Natas anbietet, das Gebäck aus Portugal, das ich seit dem Wochenende in Oporto nicht mehr gesehen hatte, und so hab ich die Zeit postkartenschreibend auch ganz gut rumbekommen :).

Letztes Wochenende hab ich es dann tatsächlich bis zum Casco Viejo, dem schönsten Teil der Innenstadt geschafft. Die Läden haben sonntags natürlich zu, aber die Häuser allein reichen absolut aus. Unterwegs hab ich einen Studenten kennengelernt, der auch nicht viel zu tun hatte und mir die Uni und noch einige andere Viertel der Stadt in ein paar Stunden gezeigt hat – immerhin, seit Salamanca der erste Mensch in meinem Alter, mit dem ich mich tatsächlich unterhalten habe, das ist in Castro nicht ganz so leicht. War ganz lustig, nur am Ende ein bisschen stressig, weil er den Stadtteil mit der Busstation fast gar nicht kannte und ich meinen Bus um ein Haar verpasst hätte – aber Joggen am Abend ist ja angeblich gesund ;).

Bilbao wäre also „abgehakt“, als Nächstes geht es dann entweder nach Burgos oder nach San Sebastian, je nachdem wo das Wetter besser ist. Das geht zum Glück auch spontan, also lass ich mich überraschen und meld mich dann wieder. 🙂