Hosteltour Richtung Süden

Hosteltour Richtung Süden

Vielleicht hätte ich auf meine Familie hören sollen, als sie mir geraten haben, das Ganze ruhig angehen zu lassen. Aber nein, ich weiß es besser, erst eine Woche fast gar nicht schlafen und dann 3 Städte in 4 Tagen anschauen. Alicante, Murcia und Almería. Easy! Dachte ich…

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Naja, für euch hat das den Vorteil, dass ich heute, am vierten Tag, tatsächlich so am Ende bin, dass ich außer zum Blogschreiben zu nicht mehr viel zu gebrauchen bin 😉 Ok, zugegeben die Chipstüte, die ich mir vorher gekauft hab, hab ich auch noch brav geleert, nicht dass ich morgen mit Übergepäck weiterreisen muss. Trotzdem, die Erfahrungen, die ich in der letzten halben Woche bei dieser Art von Reisen gesammelt habe, sind das definitiv wert gewesen. Hier kommt jetzt also mal eine Minizusammenfassung der letzten halben Woche:

Nummer 1: Hostels sind genial! „La leche!“ würde man im Norden sagen! Es gibt meistens einen Gemeinschaftsraum, in dem man in Nullkommanichts auf Gleichgesinnte trifft, deswegen wird es eigentlich nie langweilig!

Nummer 2: Geh NIEMALS davon aus, dass es schönes Wetter geben wird! Niemals! Sonst stehst du am Ende in klatschnassen Schuhen da, hin und hergerissen, auf wen du jetzt hören solltest. Lieber auf dein Gefühl, das dich auf direktem Weg zurück zum Koffer mit trockenen Schuhen lotsen will, oder auf dein Gehirn, das dir einredet, dass du unbedingt die letzten Stunden in einer Stadt, in die du wahrscheinlich nie sehen wirst, ausnutzen solltest.

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Nummer 3: Tagesmenüs sind die beste Erfindung der Welt, wenn man sich für wenig Geld mit möglichst gutem Essen vollfressen möchte 😉

 

Nummer 4:  Frühes Busbuchen lohnt sich! Dann sind die besten Plätze noch nicht vergeben und man hat unterwegs ein geniales Panorama!

Nummer 5: Egal wo man ist, man trifft eigentlich immer Deutsche! Das ist fast schon wie eine Plage, die sind überall! 😉 Dafür reist man zwar eigentlich nicht, aber dieser „Heeyy – du – kommst – auch – aus – Deutschland !“ – Effekt ist doch immer wieder schön 😀

So, jetzt seid ihr wieder auf dem aktuellsten Stand und ich schon auf halbem Weg ins Reich der Träume – also bis zum nächsten Mal, hasta luego!

 

P.S. Falls in dem Eintrag irgendwelche sinnfreien Ausdrücke drin sind tut es mir leid, aber wenn ich das jetzt nochmal durchles, schlaf ich im Gemeinschaftsraum ein und das wäre sehr ungemütlich 😉

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Valencia Teil 2

Valencia Teil 2

Und dieses Mal auch mit Bildern! Hier kommen jetzt zuallererst mal ein paar Fallas (das waren die unglaublich ausgefeilten Papp- und Holzkunstwerke, die man letzte Woche in der ganzen Stadt bewundern konnte). Achtet auf die Details, es lohnt sich!

Das ist eine ganz eigene Welt, es gibt sogar einen speziellen Beruf, in dem man nur diese Statuen herstellt. Diese Leute arbeiten dann ein ganzes Jahr an den Fallas, die die Falla-Vereine (das ist hier ungefähr so üblich wie Sportvereine bei uns) und ihre Falleros (so heißen die Mitglieder) bei ihnen in Auftrag gegeben haben. Das ist doch Wahnsinn oder?? Ein komplettes Jahr Mühe, Kreativität und Arbeit, nur um sein Kunstwerk am Ende in Flammen aufgehen zu sehen! Ich hab mal nachgefragt, insgesamt werden bei diesem Megafestival zwischen 3 und 5 Millionen Euro verbrannt! Und die teuerste Falla aller Zeiten wurde 2008 (vor der Krise) gebaut und hat 980.000 Euro gekostet. Das sind fast eine Million Euro!! Komplett verrückt, wenn ihr mich fragt – aber auf meine Meinung wird in diesem Fall eher weniger Wert gelegt 😉 .

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Hitzewelle 😉

Und es ist ja auch nicht so, dass mir das Ganze nicht gefallen hätte, im Gegenteil, das war das aufregendste Stadtfest, das ich je erlebt habe! Und die Einheimischen sind so stolz und offen und nett und erklären dir auf Nachfrage wirklich alles, was du wissen willst.

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Fast so schön wie die bayrische Tracht 😉

Und sogar an die Mascletas, die täglichen Riesenexplosionen auf dem Rathausplatz, die nur des Lärmes wegen veranstaltet werden, gewöhnt man sich bis zum Schluss.

Achja, der Rest von Valencia lohnt sich glaub ich auch, wir haben in der Zeit zwischen Fallasaschauen, Umzügen, Feuerwerken, Sprachkurs und so weiter immer auch mal wieder ein bisschen klassisches Sightseeing gemacht und dabei einen Haufen schöner Orte entdeckt 🙂 .

Also insgesamt schon wieder eine Stadt, in die ich supergerne nochmal wiederkommen würde – langsam häuft sich das wirklich! Aber gut, das Leben ist ja noch lang und mir bleibt zum Glück noch ein bisschen Zeit 😉

Zwischen Churros und Böllersalven

Soo, hier kommt mal wieder ein kleines Update – schon irgendwie Wahnsinn, wie viel man in nicht mal einer Woche erleben kann. Das Wort, das die Situation im Moment am besten zusammenfasst, ist GENIAL.

zaragozaIn Zaragoza hab ich innerhalb von 24 Stunden wahrscheinlich mehr Leute kennengelernt, als während den ganzen letzten 3 Monaten zusammen. Eine Gemeinschaftsküche im Hostel hat durchaus seine Vorteile 😉 Nicht, dass das jetzt falsch rüberkommt, ich hab die Zeit bei meiner Gastfamilie wirklich genossen, aber es tat wirklich gut, mal wieder mit Leuten in meinem Alter zu reden und was zu unternehmen. Dementsprechend hab ich mich nicht wie sonst allein auf Stadtentdeckungstour gemacht, sondern mit 2 Kanadiern, die sogar ein bisschen Deutsch konnten.

 

valenAm nächsten Tag ging es dann weiter nach Valencia und nachdem die Hälfte der Leute meiner Mitfahrgelegenheit aus dieser Stadt kam, war ich am Ende der Reise auch halbwegs informiert, was ich wo machen sollte.
Hier sind nämlich gerade die „Fallas“, ein Fest, bei dem in der ganzen Stadt riesengroße (und extrem kreative) Papp- und Holzfiguren aufgestellt werden, regelmäßig kriegsartiger Lärm durch die Straßen schallt (Knallfrösche und was es da sonst noch so gibt stehen ganz oben auf der Tagesordnung) und eigentlich überall und zu jeder Zeit was los ist, von Blumengaben für eine Marienstatue und Feuerwerken um Mitternacht. Auf Deutsch, ich bin in den letzten Tagen eigentlich nur zum Schlafen nach Hause gegangen, und hab mich größtenteils von Straßenständeessen ernährt. Klingt ein bisschen anstrengend, ist es aber absolut wert, das ist die mit Abstand verrückteste Feier, die ich bisher gesehen habe! Ist aber ein bisschen schwer zu beschreiben, diese Stimmung hier lässt sich nicht so leicht in Worte fassen… Auf jeden Fall der absolute Wahnsinn! Morgen Abend ist dann der Höhepunkt des Ganzen, da werden alle diese Statuen verbrannt und die ganze Stadt feiert.

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Eine Miniversion (man beachte die Whatsappsmileys!)

Die anderen Bilder dazu konnte ich bisher noch nicht hochladen, die kommen dann aber im nächsten Eintrag, versprochen!

Despedida…

Ich dachte nach Salamanca eigentlich, dass es mit Abschiedsschmerz nicht schlimmer kommen könnte. Absoluter Irrtum, schlimmer geht immer!  Vor 16 Stunden saßen wir noch mit den Großeltern ganz gemütlich und zufrieden in der einzigen „Pasteleria“ Castros, die diesen Namen tatsächlich verdient, und jetzt… jetzt sitz ich nicht weniger gemütlich aber ziemlich unzufrieden im Bus und würde viel dafür geben, Marco und Alain nochmal auf dem Spielplatz hinterherjagen zu können, wie sonst immer am Samstag, Hauptsache dieses Gefühl von Leere geht weg!

Wieso mache ich das eigentlich? Ankommen, einleben, Stadt und Leute kennenlernen, sich wie zuhause fühlen und dann wieder fahren, wahrscheinlich für immer.
Zugegeben, am Ende läuft es beim Reisen immer auf einen Abschied hinaus, aber das ist nur eine Seite der Medaille. Die Andere ist bunt und schön und voller Erlebnisse, Freunde, Erinnerungen und all den anderen Dingen, die das Leben reicher machen. Und dafür nehme ich diese andere „schlechte“ Seite gerne in Kauf, das ist es absolut wert!

Der Teil meines Auslandsabenteuers, der jetzt kommt, wird hoffentlich genauso schön wie die anderen beiden auch, es geht nämlich ans Reisen. Ich werde (außer im Bus, so wie jetzt) wahrscheinlich nicht so oft zum Schreiben kommen wie die letzten Monate, aber ich geb mir Mühe, mich hin und wieder zu melden und euch auf dem Laufenden zu halten.

Jetzt geht’s erstmal weiter nach Zaragoza und Valencia, aber davon dann beim nächsten Mal mehr .

Bis dahin hasta luego und viele Grüße!

Deutsche Sprache, schwere Sprache

Deutsche Sprache, schwere Sprache

Schwer ist hierbei absolut untertrieben – sch**ßschwere Sprache trifft es hundert mal besser! Ist mir ein absolutes Rätsel, warum jemand freiwillig Deutsch lernen wollen würde. Am Ende hilft einem das ja auch nur in Deutschland und Österreich und vielleicht der Schweiz (wobei man die Leute da meiner Erfahrung nach teilweise auch als Muttersprachler nur bedingt versteht).

Vor ca. 2 Wochen sind mir die (nützlichen) Vokabeln ausgegangen, die ich Marco und Alain irgendwie beibringen könnte, deswegen hab ich mich zum ersten Mal in meinem Leben ernsthaft mit der deutschen Grammatik auseinandergesetzt – da gibt es erstaunlich viele Internetseiten, sogar für Kinder!
Es fängt damit an, dass es allein für die Bildung des Plurals fünf verschiedene Regeln gibt. Fünf!!! Natürlich noch jeweils mit jeweils mindestens zwanzig Ausnahmen, sonst wär’s ja viel zu einfach.
Der Tisch – die TischE, aber die Kuh – die KÜhe.
Die Blume – die BlumeN, aber alle Feminina auf -ei/-keit/-thek-/-ion/-ät/-ik/-ur/-schaft/-ung bekommen ein EN, genauso wie alle Maskulina auf -ent/-ant/-krat/-ist und -or und alle Neutra auf -um. KrikikEN. StudentEN. AlbEN. Und dann gibt es noch die FreundinNEN und die SpanierinNEN, auf die man beim ernsthaften Deutschlernen wahrscheinlich irgendwann einen Riesenhass entwickelt.
Das Kind – die KindER, das Auto – die AutoS, der Igel – die Igel, der Garten – die GÄrten. Im Ernst, wer denkt sich sowas aus?!?

Andere Sprachen begnügen sich in solchen Fällen nicht nur mit einem simplen S, sondern auch mit nur 2 Geschlechtern. Wir haben natürlich noch die Neutrum-Form. Die ist ja an sich noch nicht so schlimm, aber nicht, wenn sie so unlogisch angewendet wird. DAS Mädchen! Ja, ich weiß, Verkleinerung von Maid mit Veränderung des Artikels und des Vokals – aber erklär das mal einem Siebenjährigem!

Das ist fast genauso blöd, wie die 4 Fälle. Wieso wird denn aus „DIE Küche“ auf einmal „in DER Küche“??? Da hast du die beiden endlich soweit, dass sie die Begleiter halbwegs mitlernen und sich aus verschiedenen Ausdrücken Sätze zusammenzubauen und dann kommt ein ganz stolzes „Gib mir der Ball“. Ich schaffe es meistens noch rechtzeitig, die Verbesserung, die mir in solchen Momenten auf der Zuge liegt, hinunterzuschlucken, aber jedes Mal stellt sich mir die Frage: Wieso? Was ist an „Gib mir DER Ball“ so schlimm, dass man ein extrem schwer überschaubares System aus der-den-dem-des und was weiß ich was für Konstruktionen braucht?

Das einzig Gute an dem Ganzen ist, dass ich dadurch die spanische Sprache absolut zu schätzen lerne. Die hat zwar auch ihre Gemeinheiten und Ausnahmen, aber im Vergleich zu allen Deutschlernenden kann ich mich wirklich nicht beschweren. In diesem Sinne: ¡Vive el Español!

 

Die Deutschen im Ausland

Die Deutschen im Ausland

DSCF5734So, wir machen heute mal einen Abstecher in die Welt der spanischen Comics. Mein Zimmer ist nämlich voll davon. Die meisten Bücher sind aus der spanischen Comicreihe „Mortadelo und Filemón“ und nachdem Roberto die früher immer gelesen hat lagern hier davon mindestens 50 Stück. Ich hab mich mal an der Ausgabe „Mortadelo und Filemón in Deutschland“ probiert und es ist wirklich lustig! Nicht nur die beiden Charaktere, 2 leicht verplante Detektive, sondern auch die Art, wie Deutschland dargestellt wird.

Ich hab mal die meiner Meinung nach besten Stellen rausgesucht, ich hoffe, es gefällt euch auch 😉

 

Das „Kreutzberg Vertel“ ist voller Türken und der Rest von Berlin absolut überaltert.

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Die Leute heißen „Hans Salchichen“ (Hans Wurst) und man übernachtet in Orten, die „Die Floh Hotel“ heißen. In Schwaben, dem Land des Sparens und der Sauberkeit, wird nur in stürmischen Nächten mit Blitzen gelesen, um keine Elektrizität zu verschwenden und in Köln ist das ganze Jahr Karneval und Saufen angesagt.
Das Buch wurde übrigens ganz sicher nie von einem Deutschen Probe gelesen, aber das fällt hier wohl normalerweise eh keinem auf 😉

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„Den Anweisungen gehorchen!“ – um jeden Preis, auch wenn es darum geht, die ganze Nacht einen OCHSEN zu melken.

 

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Bayrisch müssen die aber noch üben!

 

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Dieses „Vota Strauss“ taucht so ziemlich auf jeder dritten Seite auf!

 

Zusammenfassung: Deutschland = Ernst, stures Regelnbefolgen (das kommt vielleicht noch aus dem 2. Weltkrieg?), Humorlosigkeit (absolut falsch), Bier und Wurst (ok, da ist vielleicht was dran) und eine komische Sprache (gut, das kann man als Muttersprachler vielleicht nicht so einschätzen)

Das ist hier natürlich alles absolut übertrieben, aber ein Fünkchen Wahrheit steckt ja meistens doch dahinter. Ein Grund mehr also, sich im Ausland „normal“ zu verhalten und der Welt das Gegenteil zu beweisen 😉