Letzter Halt: Lissabon

Soo, jetzt noch der letzte Nachtrag und dann wisst ihr wirklich über die wichtigsten Orte Bescheid, an denen ich in den knapp 8 Monaten war 😉

Um mir den Abschied von der iberischen Halbinsel auch ja nicht zu leicht zu machen, war die Zeit in Lissabon zum Schluss nochmal richtig, richtig schön. Das volle Programm; superschöne Stadt, Sonne, bunte Häuser, gutes Essen, Streetart, viel zu sehen, tolles Hostel und vor allem mit die genialsten Menschen, die ich während meiner Reisezeit getroffen hab. Angefangen hat es mit 2 supernetten Amerikanern, die im  Stockbett gegenüber geschlafen und mich am ersten Morgen zum Stadt-zu-Fuß-anschauen mit ihnen eingeladen haben, sprich der Spaß beim touristischen Teil war schon mal abgedeckt 😀

Am Abend kam dann noch ein Berliner dazu, der das Bett über mir bezogen hatte und am nächsten Tag waren wir mit Daniela, einer Brasilianerin auf Europatour, dann zu fünft. Der Tagesausflug nach Sintra, einem Bergdorf, das gefühlt ausschließlich aus Treppen besteht und an jeder Ecke ein Schloss stehen hat, war also auch ein voller Erfolg. Am Besten war der Garten einer Sommerresidenz von irgendeiner Königin. Der Architekt muss wirklich ein Genie gewesen sein, anders lassen sich die begehbaren Brunnen, verzweigten Höhlensysteme und Steinwege auf Seen gar nicht erklären.

Am letzten Tag haben wir uns auch noch den geschichtlichen Teil der Stadt in Form von einer FreeWalkingTour reingezogen und sind zu einem Aussichtspunkt am Stadtrand gefahren, alles aber ein bisschen ruhiger, nachdem uns unsere Beine noch mehr als eindrücklich an die Wanderung am Vortag erinnert haben.

Das Schöne in diesem Fall war, dass ich mit den Leuten zur Abwechslung auch mal mehr als nur ein paar Stunden verbringen konnte und nicht alle sofort abgereist sind, sprich das waren nicht nur komplett oberflächliche Bekanntschaften, wie ich das sonst teilweise erlebt habe. Insgesamt also definitiv ein würdiger Abschluss! 🙂

 

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Ein bisschen magisch…

… ist Gibraltar ja schon ein bisschen. Gar nicht unbedingt wegen dem Stadtbild oder weil man sich mitten im südlichsten Spanien dann plötzlich in Großbritannien befindet und alle auf einmal perfekt Englisch können, sondern wegen dem riesigen Felsen in der Mitte. Von dem aus kann man erstens direkt bis nach Marokko sehen (für jemanden, der noch nie in Afrika war, ziemlich beeindruckend!) und zweitens so ziemlich die coolsten Affen der Welt kennen lernen. So klischeehaft und touristentypisch das auch sein mag, ich hab selten so was Geniales erlebt – Affen, die sich streicheln lassen, auf dir herumklettern und deine Haare entlausen! Das Bild fasst die Stimmung glaub ich ganz gut zusammen 😉
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Der Kampf um die Alhambra

Der Kampf um die Alhambra

5:25 Uhr. Piep. Piep. PIEP. PIEP. PIIIIEEEEP!!! Jaja Handy, ist ja schon gut, nur weil ich es mir in den Kopf gesetzt hab, (viel zu) frühmorgens ein Ticket für die Alhambra zu kaufen, ist das noch lange kein Grund, um gleich das ganze Hostel unter dieser Schnapsidee leiden zu lassen.

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Dunkel war’s die Latern‘ schien helle…

Schlaftrunken taste ich mich ins Bad, mache mich mehr automatisch als bewusst fertig und bin dann kurz darauf unterwegs durch die nächtlichen Straßen von Granada. Die Alhambra liegt auf einem Hügel und nachdem man die Innenstadt verlassen hat, führt ein gepflasterter Weg mit wunderbar duftenden Bäumen an einem plätschernden Bach entlang nach oben. Wenn es nicht so verdammt früh wäre, könnte man das alles garantiert auch angemessen wertschätzen können, so fällt es mir ein bisschen schwer. Unterwegs begegnet mir keine Menschenseele, aber als ich endlich am Ticketschalter ankomme, sitzen da schon ein Haufen „Madrugados“, die bei ihrem Granadabesuch ebenfalls auf die paar Vorverkaufskarten setzen. Ich wollte ja eigentlich online vorreservieren, aber als ich Anfang März mal geschaut hab, waren alle Tickets für die Alhambra schon ausgebucht – bis Mitte Juni!! Tja, ist halt nicht umsonst die meistbesuchteste Sehenswürdigkeit Spaniens…

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viel zu viele…

Pünktlich um 8 öffnet dann der Vorverkauf und ein Bildschirm zeigt die verbleibende Kartenzahl für die Nasridenpaläste, die Hauptattraktion der Alhambra, an; für heute gerade mal 140! Die Schlange wird nur quälend langsam kleiner, während sich die Zahl auf dem Bildschirm in einem beängstigenden Tempo in Form von 10er-Sprüngen verringert. Das ist garantiert eine neue Foltermethode, die an unschuldigen Touristen ausgetestet wird!

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Hart umkämpft!

 

Manchmal hab ich das Gefühl, dass man mir meine Gefühle viel besser vom Gesicht ablesen kann, als mir lieb ist, denn als ich nach einer halben Ewigkeit dran bin, öffnet mir der zuständige und bisher sehr schweigsame Securityman die Absperrung mit einem „Auf geht’s, wenn du dich beeilst, schaffst du es noch.“ Letztendlich hat er Recht, und ca. eine Minute, nachdem ich meine Eintrittskarte in den Händen halte, ertönt eine Durchsage, die alle Wartenden darauf hinweist, dass die Karten jetzt alle „agotado“, also ausverkauft sind. Puuuuh, sowas nennt man dann wohl mehr Glück als Verstand!

Zurück im Hostel (meine Einlasszeit ist erst am Nachmittag, aber das ist mir in dem Moment komplett egal) lerne ich beim Frühstücken 2 Koreaner kennen, die hinter mir in der Schlange standen und mir erzählen, dass nach ihnen die Kasse geschlossen wurde. Optimal, dann muss ich mir die Alhambra nicht allein anschauen 🙂 . Aber erstmal geht es für die beiden in die Stadt und für mich ohne große Umwege zurück ins Bett – ich hab die Feria immer noch nicht „auskuriert“.

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Ist tagsüber doch irgendwie schöner

Am Nachmittag treff ich die beiden dann wieder und es wird relativ schnell klar, dass sich das Ganze doch irgendwie gelohnt hat. Das Gelände ist riesig und es gibt unglaublich viel zu sehen! Sowohl das Innere, als auch die Aussichten auf Granada sind wirklich wunderschön! Den Mudéjarstil der Araber, die hier früher regiert haben, kenn ich ja mittlerweile schon aus Sevilla und Cordoba, aber die Nasridenpaläste sind einfach nochmal eine andere Größenordnung. Es ist fast so, als hätten die Architekten Angst gehabt, irgendeinen Teil der Wände ohne Dekoration zu lassen. Absolut empfehlenswert, auch wenn das Ganze mit Vorreservierung natürlich deutlich einfacher gewesen wäre. Aber, wie mein Vater danach kommentierte, der frühe Vogel fängt die Karten, es gibt also keine Ausrede, sich dieses Kunstwerk bei einem Granadabesuch nicht anzuschauen. 😉

 

 

Feria de Abril – spanisches Oktoberfest

Feria de Abril – spanisches Oktoberfest

Bauch rein, Brust raus, Luftanhalten uuuuund….. so tun, als ob das Kleid, in das man sich gerade gezwängt hat, totaal bequem wäre 😉 Die Haare sind leichter, da reichen – wenn man sich nicht wie meine Mitbewohnerin tagelang Hairtutorials auf YouTube reingezogen hat und die auch um jeden Preis anwenden will – ein paar Haarklammern und eine Blume. Danach kommt die nächste Herausforderung: die Treppe. Ja, wir leben nur im ersten Stock, aber mit Beinen, die bis fast zu den Knien zusammengeschnürt sind, ist das schon zu viel. Auf der Straße geht es dann wieder halbwegs und unterwegs kommt man sich in „Vestido de Flamenca“ ziemlich spanisch vor – nicht zuletzt, weil dauernd Touristen zu einem kommen und Fotos machen wollen bzw. einfach wild drauflosknipsen. Da sieht man’s wieder, Kleider machen Leute!

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Die „Feria de Abril“, oder unter Sevillanern auch einfach „Feria“, erinnert mich total an unsere Wiesn. Leute in Trachten, Fahrgeschäfte, Essensstände, Alkohol und viiieeele Menschen. Dass man hier in Spanien ist, merkt man aber trotzdem, die Masse an Betrunkenen, die geistesabwesend in den Seilen hängt oder grölend von den Bierbänken kippt, fehlt zum Beispiel ganz. Hier ist man eher „lustig“ und eigentlich immer in einem Zustand, in dem man noch tanzen kann. Das ist hier nämlich super wichtig! Es gibt sogar einen speziellen Tanz, der nur während der Feria getanzt wird, eine Art Flamenco-Paartanz, „Sevillana“ genannt. Der besteht aus 4 Teilen und ist gar nicht so einfach, kann ich euch sagen! Aber mit einem halbwegs fähigen Tanzpartner/in, einem Funken Selbstbewusstsein und genügend Rebujitos (das ist Kamillenwein mit 7up, das typische Feriagetränk), bekommt man das eigentlich ganz gut hin. Und für alle, die diese Art von Musik nicht so mögen werden ab ca. Mitternacht in den meisten „Casetas“, das sind die Zelte, hauptsächlich moderne Lieder gespielt, sprich es kommt eigentlich jeder auf seine Kosten.

Im Prinzip ist das ja der perfekte Sevillaabschluss, mit Freunden, Feiern und einer Wahnsinnsstimmung.  Ich wär trotzdem gerne noch ein, zwei Wochen länger geblieben, vor allem, nachdem ich zum ersten Mal seit meiner Aupair-Zeit wieder das Gefühl hatte, irgendwo „angekommen“, ein bisschen zu Hause zu sein. Naja, wenn alles gut läuft, treffen wir uns nächstes Jahr wieder hier – und bis dahin lernen wir dann die Sevillana, alle vier Teile und zwar richtig! 😉

Manche Dinge ändern sich nie

Manche Dinge ändern sich nie

Es heißt immer Reisen verändert einen. Ich glaube, da ist auf jeden Fall was dran, auch wenn man das an sich selber vielleicht nicht so stark bemerkt. Ich glaube aber auch, dass es Gewohnheiten gibt, die man auch nach nach langer Zeit nicht loswird. Und dass es Menschen gibt, die man lange nicht sehen kann und mit denen man sich beim Wiedersehen trotzdem noch genauso gut versteht, wie früher. Anna gehört bei mir definitiv zu dieser Gruppe dazu, deswegen hab ich mich suuuper gefreut, als sie mich letzte Woche besucht hat. Es war witzigerweise wirklich genau wie „früher“.
Schon der Anfang war absolut klassisch, als wir uns auf dem EINEN Gate vom Sevillaner Flughafen nicht gefunden haben. Gut, alles andere wäre wahrscheinlich auch irgendwie unrealistisch gewesen. Und weil Anna ohne Mütze ungefähr so wie Spanien ohne Tapas wäre, hat es auch nur eine Viertelstunde gedauert, bis sie dieses für 20°C Außentemperatur doch etwas fragwürdige Accessoire aus ihrem eh schon zum Zerreißen gespannten Koffer gezerrt hat. Naja, jeder mit seinen Prioritäten 😉

Irgendwie fand ich es auch lustig zu sehen, dass auch sie trotz angefangenem Studium und der dadurch veränderten Lebenssituation und blablabla immer noch absolut die Selbe war – im Normalfall ist Anna nämlich die Organisiertere von uns beiden. In diesem Fall dachte ich, dass ich nach einer Woche Sevilla mal zur Abwechslung den Stadtführer spielen würde, aber da lag ich ziemlich daneben. Als ich am ersten Tag aus meinem Spanischkurs kam, erwarteten mich eine Runde frischer Minidonuts und ein absolut motiviertes Energiebündel, das sich nach 4 Stunden durch die Stadt laufen über sämtliche Sehenswürdigkeiten, Öffnungszeiten und Rabatte informiert, die günstigste Bootstour ausfindig gemacht und außerdem schon die wichtigsten Sehenswürdigkeiten abgelaufen hatte. Ist mir wirklich ein Rätsel, warum wir immer verwechselt werden. 😉

So hatten wir also nicht nur ein (schon vorher zusammen ausgearbeitetes) perfektes Programm für Córdoba und Málaga, zwei wunderschönen Städten, die wir uns am Wochenende angeschaut haben, sondern auch noch einen Masterplan für Sevilla in den Tagen danach. Und ich musste fast gar nichts machen!


Zwischendurch war dann trotz dem ganzen Sightseeing noch genug Zeit zum Kochen, Quatschen, Leute-mit-Namen-Verwirren, haufenweise Tapasessen, Touristen- mit-„Können-Sie-Bitte-Ein-Foto-Machen“-Fragen-nerven, Entspannen und so weiter und am Ende war es wirklich schade, als sie – in 3 Jacken gewickelt – wieder gefahren ist.

Jetzt beginnt hier der Countdown, sowohl für die „Feria de Abril“, der beliebtesten Feier Sevillas, die heute um Mitternacht startet, als auch für mich, denn meine Tage hier sind gezählt – in 17 Tagen bin ich, wenn nicht noch alles schiefläuft, wieder zuhause, eine Tatsache, auf die ich mich trotz der genialen Zeit hier mittlerweile auch schon sehr freue. 🙂 Bis dahin werdet ihr aber ziemlich wahrscheinlich noch haufenweise von mir hören, denn ich hab noch ziemlich viel geplant. Bis dahin Hasta luego bzw. bis bald!

Semana Santa

Semana Santa

Hallo ihr Lieben, hier kommt mal wieder ein kleines Update bevor ich dann endlich schlafen gehe. Seit Ostern ist so unglaublich viel passiert, aber das bekomm ich nie und nimmer in einen Eintrag 😉 Eine Sache, die ich euch aber auf keinen Fall vorenthalten möchte, auch wenn es schon etwas her ist, ist die spanische Ostertradition. Die hab ich in 3 Städten miterlebt, und am verrücktesten war es definitiv in Sevilla! Hier machen die das nämlich ein bisschen anders als bei uns und rennen schon eine Woche vor dem eigentlichen Osterfest leicht gruselig maskiert durch die Straßen und schleppen tonnenschwere Marien – und Jesusstatuen mit sich rum. Ich hab mal nachgefragt, ein 1800 kg schweres Exemplar wird z.B. von 30 Leuten getragen – das sind 90 Kilo pro Person!! Ich muss den Mann wohl sehr entsetzt angeschaut haben, er meinte nur schulterzuckend „Si lo sé, es un poco loco“ (Ja ich weiß, ein bisschen verrückt) Dazu gibt es dann in jeder dieser bis zu 14 Stunden dauernden Prozessionen noch mehrere Kapellen und Leute, die das Ganze irgendwie koordinieren.

Der Sinn hinter dem Ganzen ist das anonyme Buße tun, deswegen verschleiern sich die Leute auch so stark. Aber die Spanier lieben es, das Prozessionenanschauen zu sämtlichen Tag – und Nachtzeiten ist in dieser Woche praktisch DAS Ziel für Familienausflüge… Da gibt’s noch viel mehr zu erzählen, aber das mach ich dann persönlich, wenn ich wieder daheim bin.
Ansonsten bin ich jetzt noch bis nächste Woche in Sevilla, einer unglaublichen Stadt mit noch unglaublicheren Menschen und dem coolsten Hostel, in dem ich bisher gewesen bin. Ich füg noch ein paar Bilder ein, der Rest kommt dann beim nächsten Mal! 🙂