Enamorado de Mindo

Enamorado de Mindo

Fakt ist: Ecuador hat viel mehr schöne Orte, als man jemals an 7 Wochenenden besuchen könnte. Je früher man also mit Rumreisen anfängt, desto besser. Letztes Wochenende hatten meine Mitbewohner einen Ausflug nach Mindo geplant, einem Dorf in der Nähe von Quito, und ich hab mich einfach spontan mitangeschlosen. Während der kurvenreichen Busfahrt machte sich erst mal mein Frühstück unsanft bemerkbar. Immerhin, die Sicht nach draußen lenkt einen hier allgemein ziemlich gut ab – Andenpanorama vom Feinsten.

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Nach 2 Stunden kamen wir dann auch schon in Mindo, einer kleinen Häuseransammlung mitten im Nebelwald, an.

Aufgabe Nummer 1: Hostel finden! Das gestaltete sich schwieriger als gedacht, genau an diesem Wochenende wurde hier nämlich ein Film gedreht und das Team hatte sämtliche Übernachtungsmöglichkeiten besetzt. Eineinhalb Stunden später landeten wir (zu fünft) nach mehrmaligem Umquartiertwerden aber letztendlich in einem Viererzimmer. Nochmal Glück gehabt.
Die Hälfte von uns wollte baden gehen, Anna und ich entschieden uns für eines der vielen Freizeitangebote, die dort an jeder Straßenecke angeboten werden, in diesem Fall eine Art Wasserfallklettern.
Nachdem es in Quito immer ziemlich kühl ist, bin ich beim morgendlichen Packen um 5:30 Uhr blöderweise nicht auf die Idee gekommen, eine kurze Hose mitzunehmen und musste dieses „Defizit“ deswegen nochmal bei einem der ganzen Touriläden ausgleichen. Soviel zu: ich kauf mir in Ecuador keine Klamotten 😉 Die boxershortsartigen Schwimmhosen, die dort angeboten wurden, entsprechen zwar eigentlich nicht ganz meinem Geschmack, aber für diese Aktivität war Aussehen zum Glück ziemlich egal. Beim „Vom-Wasserfall-Abseilen-mitten-im-Dschungel“ wurde man sowieso komplett nass. Genau das war auch einer der Gründe, warum das Ganze so viel Spaß gemacht hat – mal ganz abgesehen von dem genialen Umfeld! 

 

Für den Nachmittag stand dann eine Führung in der Schokoladenfabrik auf dem Programm, inklusive Verkostung am Ende. Ich sag’s euch, bessere Brownies findet man wahrscheinlich nirgends auf der Welt!

Nachdem die anderen am nächsten Tag schon vormittags wieder nach Hause wollten, hab ich das sogenannte „Canopy“ oder „Zip-lining“ dann alleine gemacht. Das ist ein bisschen wie im Kletterwald, nur dass man weniger klettert und eigentlich eher an verschiedenen Leinen entlang über den Regenwald gleitet und das tlws. kopfüber. WAAAAAHNSINN trifft es am Besten, das war eine der coolsten Sachen, die ich je gemacht hab!!

Mit in meiner Gruppe waren noch ein paar Kanadier  aus Quebec, mit denen ich danach noch Mittagessen war, bevor dann gegen 4 mein Bus zurück nach Quito ging.
Sozusagen ein ziemlich genialer Auftakt was das Reisen angeht. Der Haken an dem Ganzen kommt dann im nächsten Eintrag 😉

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5 Tage in Quito

5 Tage in Quito

Also, um gleich mal eins klar zu stellen: Bisher bin von Quito absolut begeistert! Bunt beschreibt es am Besten, irgendwie stehen die Leute hier total darauf, ihre Häuser anzumalen, und gerade die Gegend, in der ich wohne, besteht praktisch ausschließlich aus kleinen Restaurants, Bars, Hostels, Straßenständen und Parks. Die Sprachschule, in der ich diese Woche einen Einführungskurs mache, ist nur 10 Minuten entfernt und mit meinen Mitbewohnern versteh ich mich auch super.

Das Einzige, das mich wahrscheinlich noch etwas länger beschäftigen wird, ist das Spanisch hier. Das ist nämlich doch irgendwie ziemlich anders als das in Spanien. Nicht nur, dass hier auf einmal alle die Höflichkeitsformen „usted“ und „ustedes“ verwenden (entspricht so ca. dem deutschen „Sie“, das ich aus Spanien aber nur aus der Theorie kenn) und Leute wie ich, die das ‚c‘ wie th statt wie s aussprechen, gefragt werden, ob sie lispeln, hier isst man statt Kartoffeln auch Papas und sämtliche technische Geräte haben sowieso ganz andere Namen.  Abgesehen davon wird man jedes Mal belächelt, wenn man „Vale“ sagt (das passiert mir erstaunlich oft, war mir gar nicht so bewusst). In Spanien wird das wie „Ok“ und eigentlich andauernd und für alles verwendet, hier aber überhaupt nicht.

Zusammengefasst: für die Leute hier habe ich einen Sprachfehler, verwende komische Wörter und bin, wenn ich mich beim Sprechen nicht dauernd auf die Verwendung der 3. Person konzentriere, darüber hinaus auch noch unhöflich. Immerhin, da kommt mir der französische Akzent (den hier auch niemand richtig einordnen kann) mal ganz gelegen, Ausländern verzeiht man die falsche Anrede dann eigentlich doch ganz gut 😉 .

Vamos Ecuador!

8:00 Uhr

So, da wären wir wieder. Irgendwo zwischen Himme und Erde, Zielflughafen Madrid, eine steuerberichtslesende Frau links und ein atemberaubendes Alpenpanorama rechts von mir. Vom Gefühl her wie vor 9 Monaten und doch komplett anders. Im Moment wird mir das größtenteils an dem Spinatrühreiomlett von letztem Mal bewusst, das jetzt fehlt bzw. sich in einen verschweißten Mini-Muffin verwandelt hat und einem nur im Austausch gegen 5€ ausgehändigt wird. Hmpf. Dann wird das Loch in meinem Bauch halt doch

11:00 Uhr

Gelandet. Bäcker gefunden. Mich daran erinnert, dass ich gestern noch meinen Geldbeutel ausgetauscht habe und heute Morgen nicht mehr dazu gekommen bin, Euros hineinzutun. Die Zeit bis zum Weiterflug damit verbringen, mich selber auszulachen. Läuft.

13:00 Uhr

6 Buchstaben, die mein Denken beherrschen : H.U.N.G.E.R.

13:30 Uhr

Eeeendlich!!!! Hähnchen oder Pasta ist die Frage. Ist mir sowas von egal, ich würde gerade sogar nochmal Schnecken oder Butterbrezen essen!

14:00 Uhr

Die Frau neben mir hat seit 2 Nächten nicht geschlafen und holt das jetzt ganz offensichtlich nach. Zwar halb auf meiner Schulter, aber gut, mit halbwegs vollem Magen lässt sich eigentlich alles ertragen 😉

02:30 Uhr

Alles klar, ich hab gerade 5 Minuten nach meinem Handy gesucht, ohne zu merken, dass es in meiner Hand ist. –> Ich gehöre sowas von ins Bett! Nach der Landung in Quito hat eigentlich alles super geklappt, mein Rucksack kam ohne irgendwelche Schäden an, mein Abholer war mehr oder weniger pünktlich und der Aufpasser vom Haus meiner WG hat mich zum Essen gleich an einen ziemlich guten Chinese in Gebäude nebenan weitergeleitet. Meine Mitbewohner sind, abgesehen von 2 betenden Muslimen, die aber heute noch abreisen, alle über’s Wochenende weggefahren, deswegen lernen ich die wahrscheinlich erst morgen kennen. Jetzt ist es hier zwar erst halb 8 aber schon dunkel, sprich die Stadt sollte ich mir eh nicht mehr allein anschauen und kann ganz entspannt schlafen gehen. Und sobald ich das mit dem Internet raushab, lad ich den Eintrag hoch 😉

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The best journey takes you…

The best journey takes you…

home! Eigentlich fast schon schade, dass man erst mal ewig woanders sein muss, um das festzustellen. Genau 5 Wochen ist es jetzt her, seit ich wieder deutschen Boden unter den Füßen und meinen Brezenkonsum von 0 auf 120 hochgeschraubt habe und ich muss sagen: Es ist wirklich schön, wieder nach „dahoam“ zu sein! Von der mir oft prophezeiten „Post-Reise-Krankheit“, deren Symptome angeblich das ganze Spektrum von Fernweh bis zu Langeweile abdecken, hab ich zumindest noch nichts bemerkt… Die Infektionsgefahr war aber auch sehr gering, nachdem ich an meinem 2. Tag erst mal mit einer tatsächlich sehr überraschenden Überraschungsparty von meinen Freunden empfangen wurde 😀

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Danach ging’s auch schon relativ zügig wieder in die Realität zurück, momentan mache ich ein Praktikum in einer Klinik als Vorbereitung fürs Studium im Oktober und bin also auch dementsprechend beschäftigt (meistens mit Kuchenessen und Quatschen mit den Kranken- und OP-Pflegern). Nein, es ist wirklich entspannt, ich hab gemerkt, wie wichtig nette Kollegen sind – und die anfänglichen Verwechslungen mit der Praktikantin vor mir namens Anna haben sich mittlerweile auch gelegt. Das wird in 2 Wochen glaub ich wirklich traurig, wenn das wieder vorbei ist… Aber allzu viel Zeit zum Trübsalblasen bleibt dann eh nicht, am Tag drauf geht’s nämlich direkt weiter zum nächsten Pflegepraktikum, allerdings ein bisschen weiter weg, naach… Ecuador! Da werd ich diese Seite weiternutzen (auch wenn der Name dann nicht mehr unbedingt passt) und hoffentlich wieder ganz viele Fotos hochladen können. Bis dahin gibt’s, je nachdem wie ich das mit meinem Zeitmanagement hinbekomme, vielleicht noch ein paar Einträge über Packchaos und Möchtegern-Medizinstudenten, mal schauen 😉