Ich bin dann mal weg…

Ok zugegeben, das bin ich eigentlich schon daß ganze Jahr. Dieses Mal nehm ich eine (internetfreie) Auszeit von der Dauerauszeit, das Praktikum schlaucht irgendwie doch mehr als gedacht. Ich glaub, mein Gehirn ist allein schon von der Fremdsprache nach jedem Tag so fertig, dass ich auf der Heimfahrt im Bus regelmäßig einschlafe. Bei dem Fahrstil hier eine vielbewunderte Meisterleistung, aber wenn mich mein Mitbewohner, der zum Glück auch im Krankenhaus arbeitet, nicht jedes Mal rechtzeitig aufwecken würde, würde ich jeden Tag an der Enthaltestelle am anderen Ende der Stat landen!

Sprachkenntnisse sind hier aber immer noch goldwert, es öffnen sich einem einfach so viele Türen, wenn man sich mit den Leuten auf ihrer Sprache unterhalten kann! Nicht nur im Krankenhaus, auch im Alltagsleben – meine Mitbewohner verdrehen mittlerweile nur noch die Augen, wenn ich wieder anfang, Taxifahrer oder Tourguides nach Reisetipps oder Traditionen zu fragen. 😉

Naja, morgen Früh geht’s dann auf alle Fälle auf die Galapagosinseln, sprich nächste Woche ist außer Schnorcheln, ausspannen und mit Seelöwen spielen erst mal nichts geplant und mein Kopf kann sich schon mal auf den Abschied in 15 Tagen einstellen. Bis dahin hasta luego! 🙂

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La vida loca

La vida loca

Hätte mir vor 1 Woche jemand erzählt, was ich 7 Tage später machen würde, hätte ich demjenigen wahrscheinlich kopfschüttelnd einen Vogel gezeigt. Aber dann waren wir in Baños und irgendwie kam alles zusammen.
Erst haben wir auf der Straße beim Wegfragen zwei super nette Adrenalienjunkies aus den USA kennengelernt, dann ist bei  Rafting unser Boot gekentert und schließlich habe wir gesehen, dass ein Bungeesprung hier nur 20$ kostet. Naja, und dann hab ich mich Sonntagvormittag beim Zip-lining Vanessa zustimmen hören, dass man das wenn dann hier machen sollte. Und 1 Stunde später stand ich mit Hüftgurt auf dem Geländer der Brücke, blickte auf den rauschenden Fluss, der plötzlich viel zu weit weg schien, und fragte mich, ob ich den Verstand dieses Mal komplett verloren hatte. Hinter mir versicheeten mir die Amis, die das Ganze schon am Vortag gemacht hatten, zum x-ten Mal, dass das wirklich halb so wild war, wie es von dem Mini-Absprungbrett schien. Hm, von hier aus irgendwie schwer zu glauben.
„Fertig?“ fragte der Guide hinter mir. Nein! „Ja.“ „Ok, dann 1-2-3!“
Das war, soweit ich zurück denken kann, dass erste Mal, dass ich in meinem Leben komplett unkontrolliert geschriehen habe. 1 ausgesetzten Herzschlag später war es dann tatsächlich auch schon wieder vorbei und die Extraladung Adrenalin in meinem Körper und ich pendelte friedlich unter der Brücke hin und her. Der Aufstieg war bei so viel Aufregung dann auch ein Klacks und wieder oben angekommen kam mir das Ganze plötzlich super harmlos vor. Stolz wie selten war ich aber trotzdem. Stolz, was gemacht zu haben, das ich mich bis vor Kurzem nie getraut hätte und stolz, dadurch an meine eigene Grenze gegangen zu sein.
Da war mal ein 19. Geburtstagswochenende, das ich garantiert nie vergessen werde!

Abschitour nach Quilotoa

Abschitour nach Quilotoa

Es ist eigentlich schon gar nicht mehr aktuell, aber der Vollständigkeit halber erzähl ich euch auch noch kurz was von unserem Sonntagsausflug.

Der war, nachdem uns diese Woche fast alle verlassen haben, auch noch unsere letzte gemeinsame Tour zusammen.

Auserwählt haben wir dafür die Quilotoa-Lagune, ein Ort, der nicht ganz einfach zu erreichen, dafür aber auch 5 Stunden Anreise absolut wert ist.

Ich glaub Bilder drücken das Ganze besser aus, als ein ewig langer Text über den rutschig-staubigen Abstieg, die Kanutour auf dem Krater mit einer komplett überforderten Kassiererin, den Maultierritt nach oben als Faulpelzvariante und die Heimfahrt, bei der wir mitten auf der Autobahn in einen komplett überfüllten Bus umsteigen mussten 😉 .

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Von rechts nach links : Vanessa, Lena, Franzi, Steve und ich 🙂

Übrig geblieben sind jetzt nur noch Franzi und ich, weil die amderen in ihre Projekte im Dschungel gegangen sind, aber am Wochenende bekommt unsere WG wohl wieder Neuzugänge – wir sind also gespannt 😉

Touritradition à la Otavalo

Letztes Wochenende war wieder so viel los, dass ich das mal in 2 Einträge splitte. Unsere Samstagstour ging dieses Mal nach Otavalo, einer Kleinstadt, die für seinen Handwerksmarkt berühmt ist.
Wir waren zu dritt (Franzi und Vanessa – meine neuen Mitbewohnerinnen – und ich) und für die frühe Aufstehzeit ziemlich motiviert.
Auf dem riesigen Markt gab es eigentlich an jeder Ecke Taschen, Pochos, Decken, Armbänder, Traumfänger oder Hängematten, also letztendlich immer das Selbe, aber schön war’s trotzdem. Das typische Gespräch, sobald man sein Tempo vor einem der Stände um ein Minimales verringert hat, verlief immer ungefähr so:
– Buenos días! Gefällt Ihnen dieser Pulli? Den habe ich auch noch in anderen Farben!
– Wir wollten eigentlich nur schau…
– Probieren Sie mal an, reinste Alpaca-Wolle!
– Wir wollten wirklich nur…
– Beste Qualität! Und super Angebot!

Naja, und in dem Stil ging das dann ca. 2 Stunden, bis wir genug hatten und zum Tiermarkt weitergingen. Das war auch eine Erfahrung für sich. Hühnchen für 2,50$. Kaninchen in der Plastiktüte für 15$. Ausgewachsene Meerschweinchen für 7$ und Babys für 2$. Und das alles auf minimalem Raum und eigentlich schon halb tot. Vanessa war schon drauf und dran, irgendwas zu kaufen und dann nachher freizulassen.

 

Zum Abschluss waren wir dann noch bei einem Wasserfall und kamen auf dem Heimweg an einer Bar vorbei, in der das Deutschlandspiel übertragen wurde. (Den Ecuatorianern war es dabei egal, wer vorne lag, die waren bei jeden Tor aus dem Häuschen) Wir kamen gerade rechtzeitig zum Elfmeter – also der perfekte Abschluss eines sowieso schon super schönen Tages!

Mindo-Nebenwirkungen

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Sicherheitshinweise in Ihrem Reiseführer oder fragen Sie Ihre Eltern oder Ihre Lehrer. Tja, so schnell kanns gehen. Kommt davon, wenn man sich in Quito langsam an frischgepresste Säfte etc. herantastet und dann denkt, dass man das Essen hier viel besser verträgt, als alle immer sagen. Ist dann am Ende nämlich doch nicht der Fall.
Immerhin, in Spanien hab ich 2 Tage gebraucht, bis ich zum Arzt musste, hier hab ich schon eine Woche länger durchgehalten 😉
Mich hat’s Montag Morgen erwischt, bei meinen Mitbewohnern ging’s erst später los. Dreimal Magen-Darm-Infektion bitte. Wunderbar. Besonders wenn man sich zum Anfangszeitpunkt zum ersten Mal in seinem Projekt im Krankenhaus befindet und alle irgendwie viel zu beschäftigt sind, um sich die Darmprobleme der neuen Pflegepraktikantin anzuhören. Mein definitiv erhöhter Adrenalinpegel hat mich dann irgendwie bis zum Nachmittag durchgebracht, aber im Bus nach Hause war’s dann vorbei mit dem Zusammenreißen. Plastiktüten gehören seitdem zu meinen besten Freunden!

Naja, und seit vorgestern lieg ich im Bett, schütte alle 4 Stunden ein nach Putzmittel riechendes rosa Irgendwas in mich rein und hoffe, dass ich bald wieder in die Arbeit kann. Wieder eine Erfahrung mehr, aber vielleicht ist mein Organismus dadurch jetzt zumindes „aklimatisiert“ 😉

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