Hundehaar & Wanderlust

Hundehaar & Wanderlust

Es ist schon nicht mehr ganz aktuell aber die Tage in Golden wollte ich hier noch kurz loswerden.
Also, es begann damit, dass ich total frustriert in meinem Hostel ankam weil der Besuch im Visitor Center davor eigentlich nur ergeben hatte, dass man ein Auto braucht um irgendwas zu machen (das sog. „Zentrum“ der 4200 Personen-Gemeinde kann man in einer Minute ablaufen). Und das obwohl Golden als Aktivurlaubsort schlechthin mit optimaler Lage zwischen zwei Nationalparks gilt! Gut, das mit den Distanzen hätte man sich davor evtl. mal anschauen können aber trotzdem… Von der öffentlichen Verkehrsmittel-Situation war ich auf jeden Fall ziemlich genervt 😛
Naja, am Ende bin ich dann 2 Nächte länger geblieben als geplant und hatte mit die beste Zeit bisher. Lag natürlich an den Menschen – wie immer 🙂 In dem Fall hat sich das so ergeben, dass wir um 9 Uhr die einzigen waren, die noch in dem riesigen Wohnzimmer im Hostel saßen und uns dann spontan zusammengeschlossen haben. Und mit Yannis aus Griechenland, Chloé aus Frankreich und ihrem Mietwagen hatte ich dann nicht nur den besten Nationalpark-Shuttle, sondern auch noch die coolsten Wanderpartner, die mir hätten begegnen können und vor allem die Seen im Yoho National Park sind einfach noch tausend mal schöner wenn man sie nicht alleine sieht.

Und dann gab es da noch Boo und Dooley, die zwei Hostelhunde, auf denen ich abends regelmäßig eingeschlafen bin (an der Stelle Grüße an meine Schwester 😉 ) und die das Ganze irgendwie zu was Besonderem gemacht haben. Alles in allem also mal wieder ein absoluter Glücksgriff und spätestens wenn man im Bus einen Anflug von Traurigkeit verspürt weiß man, dass alles richtig gelaufen ist!

Das nur nebenbei, beim nächsten Mal gibt’s dann bisschen was über die Ranch, auf der ich mittlerweile gelandet bin – Liebe Grüße und bis bald! 🙂

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Da waren’s nur noch 3

Nummer 4 macht sich jetzt offiziell auf den Weg in Richtung DER zwei großen Nationalparks in British Columbia – Banff und Jasper.
Zugegeben, ein bisschen traurig war es schon, dem Wohnmobil hinterher zu winken und zu wissen, dass die superschöne Zeit in diesem wundervollen Land mit den drei Menschen, die einen zum Teil besser kennen als man selbst, jetzt vorbei ist. Auch wenn ich das schon zweimal für länger gemacht hab, irgendwie war es dieses Mal anders. Liegt vielleicht daran, dass man hier ohne Auto viel eher aufgeschmissen ist und einfach alles einschüchternd größer ist.
Aber wie mein Vater so schön meinte, ist jedes Ende ja auch ein neuer Anfang und mir blieb zum Trübsal blasen zum Glück auch gar nicht so viel Zeit. Als ich am späten Nachmittag in mein Hostel kam, waren da gerade alle in Aufbruchstimmung und haben mich kurzerhand mit zum Baseballspielen geschleift. Ein sehr cooles Spiel – vor allem wenn man das mit den Regeln nicht zu eng sieht. 😉

Jetzt bin ich gerade im Bus auf dem Weg nach Golden und hoffe, dass es nach diesem genialen Auftakt ähnlich cool weitergeht 🙂

 

Feuer und Flamme

Feuer und Flamme

So, hier mal wieder ein Update – dieses Mal aus dem „wilden Westen“.
Nach einem viel zu kurzen Tag in Vancouver und einigen Adrenalinmomenten in Whistler (die man in Bildern aber glaube ich am besten beschreiben kann 😉 ) sind wir mittlerweile nämlich in einer Gegend angekommen, die mit der üppigen grünen Landschaft in Küstennähe nur noch wenig zu tun hat.


Gestern haben wir noch zwischen den typischen hohen Bäumen an einem Fluss übernachtet aber nachdem wir gegen Mittag aufgebrochen waren, dauerte es nicht mal eine Stunde und die Gegend wechselte einfach die Farbe. Jetzt ist alles gelb und trocken und schaut eigentlich so aus, wie ich mir Texas vorstelle.
Am krassesten sind aber die Bäume. Wir haben schon in Seattle gehört, dass Kanada zur Zeit mit Waldbränden zu kämpfen hat und mittlerweile sind wir offensichtlich in der Zone angekommen, in der die besonders schlimm waren. Hier sind zum Teil ganze Hänge abgebrannt und an manchen Stellen qualmt und glimmt es noch. Irgendwie erschreckend, aber auch faszinierend – zumindest für jemanden, der sowas bisher nur aus dem Fernsehen kennt.
Witzigerweise sind dazwischen immer wieder kleine grüne Oasen, die künstlich bewässert werden und neben verkohlten Zäunen aber irgendwie fehl am Platz wirken…
Noch so ein wow – Erlebnis, dieses Mal allerdings aus einer etwas anderen Perspektive. Aber gut, die Seite der Natur gehört genauso dazu wie die klare Aussicht, die man auf die Rocky Mountains wohl sonst bekommt.

Mittlerweile hat übrigens auch der Countdown für unseren gemeinsamen Urlaub begonnen – in 2 Tagen werden wir uns in Kelowna trennen. Meine Eltern fahren mit meiner Schwester zurück nach Vancouver und für mich geht’s noch einen Monat weiter Richtung Osten, wo ich – wenn alles nach Plan läuft – auf einer Farm arbeiten werde. Steht alles noch ein bisschen in den Sternen, aber wenn es nur halb so gut läuft wie bisher, dürfte das schon irgendwie werden. Bis dahin, viele Grüße und bis bald! 🙂

Insel der Abenteuer

Insel der Abenteuer

Wow. Einfach nur wow. Anders lässt sich Vancouver Island nicht beschreiben.
Hinter diesem doch ziemkich unkreativen Namen steckt eine Vielfalt, die noch tausend mal schöner ist als die Bilder in der Kanada-Hochglanzzeitschrift, die mir eine Freundin vor ein paar Monaten gegeben hat.
Schneebedeckte Berge, Flüsse mit glasklarem Wasser, verschlungene Pfade durch dichte Regenwälder und mittendrin ein Fischerdorf – was will man mehr?

Eigentlich dachte ich ja schon in Victoria, der Hauptstadt von British Columbia, dass ich meinen Lieblingsort auf dieser Reise gefunden hätte. Da gab es gefühlt an jeder Ecke eine neue Überraschung, von einem kopfüber an einer Mauer hängenden Straßenkünstler über Rehe auf dem Unicampus bis hin zu einem Klavier direkt an der Küste (das wie uns erklärt wurde anlässlich des 150-jährigen Jubiläums von Kanada aufgestellt wurde).

Aber dann kam die Fahrt nach Tofino, die Bäume wurden immer höher, die Aussicht auf die glitzernden Riesenseen immer schöner und ich hab meine Meinung geändert.
Diese Kombination aus Bergen und Meer ist wirklich einmalig und obwohl die Gegend hier eigentlich ein Wallfahrtsort für Touristen ist, ist man oft auch ganz allein im Wald oder am Strand. Liegt wahrscheinlich daran, dass es Natur pur hier einfach im Überfluss gibt 🙂

Auch wenn man selber natürlich immer gaaanz anders ist als all die anderen nervigen Stereotyp-Touristen, haben auch wir am Ende an einer „Bear Watching Tour“ teilgenommen – und diese Entscheidung absolut nicht bereut! So nah – und gleichzeitig so entspannt – kommt man diesen Tieren sonst wahrscheinlich nicht mehr so schnell, es sei denn man plant demnächst einen Abstecher in den Zoo.

Zusammengefasst: allein hier könnte man locker einen ganzen Urlaub verbringen ohne sich zu langweilen, aber weil wir ja doch nicht jedes Jahr herkommen können, geht’s morgen dann weiter zu Teil 2, dem kanadischen Festland. Bin mal gespannt, ob das mit der Insel mithalten kann 😉

Canada in Sicht!

Canada in Sicht!

Nach knapp 2 Tagen im Olympic National Parc, einem kleinen Campingplatz ohne Strom und fließendes Wasser dafür aber mit einer wunderschönen Aussicht auf den Pazifik und zwischenzeitlich sogar einer Gruppe Walen sind wir mittlerweile in Kanada angekommen, unserem eigentlichen Urlaubsziel 🙂

Auch hier bestätigt sich das mit der Gastfreundschaft wieder – sogar noch bevor wir wirklich angekommen sind! Dieses Mal in Form von zwei Frauen, mit denen wir uns auf der Fähre von Port Angeles nach Victoria unterhalten. Eine von ihnen macht sich so ernsthafte Sorgen, dass wir nach dem ganzen Einreiseprozedere keinen Stellplatz mehr finden, dass sie uns anbietet bei ihr in der Einfahrt zu bleiben. Auch hier: eigentlich nichts Großes, aber in Deutschland fast undenkbar.

Dass wir uns dann doch für einen Campingplatz entschieden haben, lag größtenteils an der Tatsache, dass es unserem Abwassertank langsam eng wurde und sämtliche Akkus langsam zur Neige gingen… Komplett im Einklang mit der Natur zu leben, müssen wir halt noch üben 😉

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Der Hafen von Port Angeles

 

On the road – Tag 1

On the road – Tag 1

13:00 Uhr
Feststellung des Tages: Die Leute hier sind echt extrem hilfsbereit! Gerade im Bus von unserem Hotel in Seattle zum Wohnmobil-Verleih im Nachbarort wollte eine Frau wissen, wo wir hinmüssen (wir sahen wohl etwas verzweifelt aus) und als wir zugaben, was das Umsteigen angeht nicht ganz sicher zu sein, machte sie es sich zur Aufgabe, genau das für uns herauszufinden. Mit tatkräftiger Unterstützung von ihrem Sitznachbarn, der gefühlt alles kommentierte, bzw. am Ende auch noch vom Busfahrer und einer Dänin, die hierher ausgewandert ist und sich 2mal entschuldigte, als sie auch nicht wirklich weiter wusste. Völlig egal, allein schon die Tatsache, dass sich andere von sich aus SO für einen einsetzen war extrem hilfreich – wenn auch eher in sozialer Hinsicht.

14:00 Uhr
Ok, die Hilfe hat sich doch irgendwie gelohnt, wir haben den richtigen Ort gefunden und die anderen besprechen gerade sämtliche Details mit einer Angestellten. Ich passe derweil – ganz selbstlos! – draußen darauf auf, dass die Koffer nicht zu viel Sonne abbekommen. 😉

14:45 Uhr
Das müssen ja wirklich viele Details sein… Ob die mich vergessen haben?

14:50 Uhr
Haben sie nicht – die Frau von der Verwaltung hat wohl unsere Feststellung des Tages bestätigen wollen und hat ewig kompliziert nach einem Supermarkt mit Adaptern gegooglet und das ganze fein säuberlich erklärt und ausgedruckt. Hier muss man ja fast aufpassen was man fragt! 😉

16:00 Uhr
Nach einer ausgiebigen Erklärung sämtlicher Kabel, Knöpfe etc. (es gibt einen eigenen Anschluss falls man seine eigene Fernseh-Antenne mitgebracht haben sollte) sowie einigen eher ungeplanmäßigen Probe-Gefahrenbremsungen geht’s jetzt loooos 🙂

16:30 Uhr
Der angebliche und lang herausgesuchte Supermarkt entpuppt sich als Apotheke. Hmpf!

17:30 Uhr
Großmarkt gefunden. Die Riesenauswahl an frischem Essen gefeiert. Extrem glücklich durch den Supermarkt gelaufen und mit sehr viel Obst wieder gegangen. Tja, manche Sachen vermisst man erst, wenn man sich mal 2 Tage nur von fettigen Omeletts und Pancakes zum Frühstück ernähren kann 😉

20:15 Uhr
Hm, also mit Camping finden wird es jetzt langsam eng… Vielleicht probieren wir es mal mit der altbewährten Methode vom letzten Mal Wohnmobilreisen, dem Walmart-Parkplatz…

20:30 Uhr
Nope, geht laut den Angestellten wohl nicht. Da sind die in Kanada definitiv entspannter!

22:00 Uhr
Naja, die Seitenstraße neben der Kirche tut’s auch. Morgen geht’s dann Richtung Norden und hoffentlich auch ans Meer 🙂

Welcome to fabulous Las Vegas

Welcome to fabulous Las Vegas

Gestern kamen Sonja und mir auf unserer traditionellen Hotelerkundungstour zwei ins Gespräch vertiefte Dreadlock-Träger entgegen und im Vorbeigehen wehte ein „This is crazy man“ zu uns herüber. Keine Ahnung, worauf sich das bezogen hatte, aber zumindest Las Vegas könnte man nicht besser beschreiben. Meine Mutter meinte heute, dass es gut ist, dass wir alle zusammen hergekommen sind, denn DAS halbwegs angemessen zu beschreiben, ist eigentlich unmöglich. Ich probier’s trotzdem.

Las Vegas ist letztendlich eine Stadt aus Glas, Glitzer und Klimaanlagen, die vor ca. 100 Jahren mitten aus der Wüste gestampft wurde und jetzt alles dafür gibt, um sich an jeder Ecke in Form von Hotels selbst zu übertreffen.

Ich dachte ja am ersten Abend, unser Hotel wäre krass. Ist es auch, ohne Frage. Vom Casino im Erdgeschoss über die Achterbahn auf dem Dach bis hin zur Shoppingmall gibt es hier wirklich ALLES und eigentlich muss man das Hotel gar nicht verlassen um eine gute Zeit zu haben. Ich glaube, ohne den Orientierungssinn meiner Schwester wäre ich anfangs absolut aufgeschmissen gewesen und irgemdwo zwischen Pseudo-China-Town und den ganzen Spielautomaten einfach verloren gegangen.
Aber dann waren wir draußen und es war noch verrückter als man sich das bei allen Klischees hätte vorstellen können. Nicht unbedingt schön aber auf eine absurde Art einzigartig. Irgendwann meinte mein Vater, dass ich den Mund zumachen sollte, aber – zu meiner Verteidigung – das ist hier zum Teil echt schwer, wirklich!
Länger als eine halbe Stunde hält man es wegen der Hitze auf der Straße meistens nicht aus aber das macht nichts, denn die richtigen „Sehenswürdigkeiten“ befinden sich in den klimatisierten Hotels. Ob das jetzt riesige Springbrunnen sind, die (mitten in der Wüste wo eigentlich gar kein Wasser sein dürfte) zu kitschiger Musik Fontänen schlagen oder Marmorgänge mit Kronleuchtern aus Kristall oder Themepark-Hotels, in denen man auf ebenerdigen Rolltreppen durch die Gegend gefahren wird, alles protzt vor Luxus und Glamour. Und wenn man denkt, es geht nicht mehr, biegt man um die Ecke und sieht einen italienische Schnulzen schmetternden Gondoliere, der ein Ehepaar durch einen venezianischen Kanal im ersten Stock eines Hotels rudert.
WAHNSINN. Das trifft es am ehesten. Vielleicht helfen die Bilder, um diese Stadt halbwegs nachzuvollziehen zu können, vielleicht auch nicht. Aber eins ist absolut klar – vergessen kann man Las Vegas garantiert nicht. 😉