Lake Louise, der türkise See mit dem berühmten „Chateau“, der einen auf sämtlichen Postkarten in Banff angrinst. Grund genug, sich den mal anzuschauen, zumal der von unserer Ranch nur 1h Autofahrt entfernt liegt – also praktisch vor der Haustür.

Wir hatten gehofft, dass diese Wanderung nicht ganz so chaotisch enden würde wie die letzte, bei der wir nach einigen ungeplanten Umwegen fast zwei Stunden zu spät kamen und unsere Gasteltern kurz davor waren, einen Helikopter nach uns suchen zu lassen. Aber irgendwie scheint das Tagesmenü Sara + Anne + Berg immer mit einer Überraschungs-Beilage zu kommen und so war es auch dieses Mal.
Anfangs lief noch alles wie am Schnürchen; wir hatten aus unseren Fehlern gelernt und uns mit haufenweise Wasser und Essen eingedeckt und unser Gastvater setzte uns planmäßig bei der zweiten Location des Pferdeunternehmens ab, direkt hinter dem Hotel am See. Danach schmuggelte uns ein Koch durch den Lieferanteneingang und bis zur Rezeption der Schickimicki-Unterkunft (in der wir mit unseren Klamotten nur minimal aus dem Raster fielen) und ersparte uns damit den komplizierten Weg außenrum.
Bei dem Anblick, der sich einem dann draußen bot, war es wirklich schwer, sich das Lachen zu verkneifen: auf der gesamten Uferpromenade wetteiferten Asiaten, die mit allen Arten von Kameras bewaffnet waren, um die besten Plätze vor dem Bergpanorama. Dabei war vom Kussmund-Selfie bis zum Pärchen-Möchtegernfotoshooting mit Spiegelreflex und Stativ alles dabei und wir waren schon drauf und dran zu fragen, ob wir uns nicht dazustehen können.
Beim Weitergehen wurde es dann aber immer leerer und am Ende war der Weg nicht voller als beim Wandern in den Alpen. Unser erstes Ziel war ein Gletscher und nachdem der deutlich schneller erreicht war als gedacht, beschlossen wir, auch noch den zweiten See in der Gegend mitzunehmen.

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Gletscherfoto 

Der Aufstieg auf den Berg dazwischen brachte aber sogar den sportfanatischen Australier, den wir unterwegs kennengelernt hatten, ins Schwitzen und es dauerte gefühl hundert „es ist bestimmt nicht mehr weit“s bis wir endlich oben waren. Der Ausblick war es dann aber mehr als wert – Lake Louise auf der einen und Lake Agnes auf der anderen Seite und das Ganze noch umrahmt von Gletschern und Bergen – perfekt!
Rückblickend hatten wir richtig Glück, dass wir das zügige Tempo durchgehalten haben, denn dieses Panorama hielt genau 10 Minuten. Dann wechselte das sonnige Wetter schlagartig und es begann zu schneien. Die Art von dicken weißen Flocken, durch die man vielleicht 100 Meter weit sieht. Merry Christmas everybody!
Nach 20 Minuten waren wir komplett weiß und haben uns sämtliche Arten von heißer Schokolade ausgemalt, die es im Dorf gegen könnte. Der Weg dahin war zwar noch etwas länger aber der Coffee Shop, den wir schließlich auftreiben konnten, kam meiner Vorstellung vom Paradies in dem Moment ziemlich nahe. Und es ist echt krass, wie sehr man sich freuen kann, wenn man seine Finger wieder bewegen kann!
Immerhin waren wir dieses Mal aber pünktlich – also wieder kein Helikopterflug – und den Punkt “ in den Bergen vom Wetter überrascht werden“ können wir jetzt auch abhaken. 😉

 

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3 Gedanken zu “Postkartengrüße aus Lake Louise

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